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Der Neue und das tunesische Huhn

tunesisches Huhn

Der Beginn einer großen Liebe. Anders kann ich es nicht beschreiben. Wie erwähnt, besitze ich bereits einen vortrefflichen, ovalen Bräter. Reicht eigentlich. Deshalb schlich ich um den neuen, runden schon seit Jahren herum. Am Samstag war es dann endlich soweit, ein kleines Haushaltswarengeschäft in Lüneburg hatte ein Exemplar in Rot etwas herabgesetzt. 24 er Durchmesser. Genau die Größe, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte und Herr H. gab grünes Licht. Den Weg nach Hause hüpfte ich voller Vorfreude (Herr H. schleppte den Bräter. Was konnte ich nicht alles in ihm garen!
Am Abend gab es erstmal einen Dämpfer durch das Raviolischlamassel. Ich dachte trotzdem noch daran, die Hühnerbeine aufzutauen und suchte überall nach dem Rezept. Bedingung, es musste Salzzitronen beinhalten. Die hatte ich Mitte Dezember eingelegt. Nach einem einfachen Rezept: Zitronen vierteln, aber am oberen Ende ganz lassen. Pro Zitrone einen TL Meersalz einmassieren. In ein Glas füllen, nach drei Tagen bei Zimmertemperatur mit Zitronensaft auffüllen und einen Monat kühl ziehen lassen. Ein eleganteres (und vielleicht gelingsicheres Rezept, ich sah es leider zu spät) gibt es bei Eline. Der Monat war rum und ich mächtig gespannt auf ihren Geschmack. Ich wurde fündig im eigenen “Kochbuch”. Das Rezept stammt aus einer englischsprachigen Zeitschrift (vielleicht Martha Stewart Living?) und ist mit mir vor sechs Jahren um die halbe Welt gereist. Noch nie nachgekocht. Premiere. Tunesisches Huhn mit Couscous und Salzzitrone. Morgens mixte ich die Marinade mit dem Zauberstab.

Für die Marinade:

  • für 2 Hühnchenschenkel (meine je à 450 g)
  • Saft und Schale einer Zitrone
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Kumin, geröstet, gemahlen
  • 1 TL Koriander, geröstet, gemahlen
  • 1 getrocknete Chili (meine war ca 4 cm lang), geröstet, gemahlen
  • 1/2 TL Kurkuma, gemahlen
  • 2 EL Olivenöl
  • Pfeffer, Salz

Die damit eingeriebenen Schenkel durften etwa 8 Stunden im Kühlschrank ruhen. Am Abend ergänzte ich das Rezept um einige Möhren. Ich schnitt sie in ca. 5 cm lange Scheiben. Darauf legte ich die abgetropften Schenkel und goß ein wenig Wasser und Marinade an. Deckel drauf. In den kalten Ofen gestellt. Auf 200°C geheizt.

Für das Couscous:

  • 120 g Couscous
  • 1 kleine rote Chili, fein gehackt
  • 2 kleine Lauchzwiebeln, in feine Ringe geschnitten
  • Sultaninen nach Geschmack
  • Schale einer halben Salzzitrone, gewürfelt
  • 200 ml Brühe
  • 1 Prise Safranfäden
  • Salz, Pfeffer

Zuerst erhitzte ich den Safran in der Brühe und ließ die Flüssigkeit 10 Minuten ziehen. Dann briet ich die restlichen Zutaten kurz an, gab den Couscous hinein, zog den Topf vom Herd und goss die Brühe an. Nun konnte der Couscous eine Viertelstunde quellen. In der Zwischenzeit rührte ich eine Vinaigrette aus:

  • 1/2 TL körnigem Senf
  • 1/2 TL flüssigem Honig
  • 1 TL Zirtonensaft
  • 1 kleinen Knoblauchzehe, gehackt
  • 2 TL Olivenöl
  • einer Handvoll frischer (ähm TK) Minze, gehackt

Die zog ich nach der Quellzeit vorsichtig unter den Couscous. Seit dem Einschalten des Backofens war eine Stunde vergangen. Um 200°C zu erreichen, braucht mein Backofen eine Viertelstunde. Ob die Schenkel schon gar waren? Ich holte den Bräter heraus. Sie waren perfekt, eine Viertelstunde weniger hätte auch nicht geschadet. Ich grillte sie noch kürz über und dann konnten wir endlich schlemmen.

Tunesisches-Huhn

Fazit: Die Hitzespeicherung des Bräters scheint sagenhaft zu sein. Der Hühnchenschenkel war zart, die Möhren noch bissfest. Es kann gut sein, dass ich ab jetzt nur noch mit ihm koche. Auch von den eingelegten Zitronen war ich positiv überrascht. Durch das Konservieren mit Salz wird das frische, zitronige Aroma der Zitronen betont. Herr H. meinte dazu lapidar, es schmecke nach Sommer. Auf dass er schnell kommen möge!

Ein Kommentar

  1. Dietmar Dietmar

    Ich liebe Salzzitronen und habe schon diverse Versuche hinter mir, das für mich optimale Rezept zu finden. Auf dem Markt von Uzès habe ich mal welche gekauft, die nicht wie in jedem mir bekanntem Rezept irgendwie auseinandergeschnitten worden sind, sondern als ganze Frucht in Lake gereift waren.
    Am meisten hat mich Roberts Rezept http://lamiacucina.wordpress.com/2010/06/30/mechouia/ begeistert, das ich zunächst wegen des hohen Zuckeranteils skeptisch betrachtet habe. Nach ein paar Wochen dann die erste Probe: scheußlich. Also wieder in die Ecke gestellt, Monate später hervorgekramt, und nun: pure Begeisterung.
    Mein Tipp: einfach mal probieren. Es reicht ja für den Anfang ein Gläschen.
    Liebe Grüße
    Dietmar

    • Ja, das Rezept von Robert kenne ich. Ist ja im Prinzip, bis auf die zusätzlichen Gewürze, so wie das von Eline. Sie ganz einzulegen, auch interessant. Vielleicht probiere ich das nächstes mal. Erstmal muß ich diese alle verwenden 🙂

      • Dietmar Dietmar

        Verzeih, dass ich da widerspreche. Bei Eline werden die Zitronen in einem Sud aus viel Wasser, Salz und etwas weniger Zucker gekocht. Bei Robert wird überhaupt nichts erhitzt und das Verhältnis Salz zu Zucker beträgt 1 : 5. Beide Methoden führen zu guten Ergebnissen, allerdings finde ich den Sirup, der bei Roberts Methode ganz von alleine entsteht, einfach sagenhaft.

      • Dietmar Dietmar

        Dann hat Robert also zwei Rezepte für Salzzitronen in seinem Blog. Das neuere ist mir entgangen. http://lamiacucina.wordpress.com/2010/06/30/mechouia/ kann ich wie gesagt sehr empfehlen. Einfacher geht es nicht: Zitronen werden kleingeschnitten, mit Salz und Zucker vermischt in ein Glas gefüllt. Ab und zu wird geschüttelt, der Rest tut sich von allein. Köstlich, aber erst nach etlichen Wochen.

  2. Auf diese Salz-Zitronen schiele ich auch schon lange, das Aroma stelle ich mir großartig vor. Die Couscous-Idee werde ich mir auch auf jeden Fall merken!

    • Das Aroma ist großartig und sie sind wirklich nicht schwer zu machen! (Und, was machen die Backversuche ;-)).

      • Die Backversuche sind fest vorgenommen! Noch ziere ich mich ein bisschen, aber ich sage mal mutig: Am Wochenende wird es soweit sein. Ich bin selbst gespannt (ich und Brotbacken, was für eine Gaudi) und werde berichten.

        • Drücke dir dir Daumen! Und falls es nicht gleich perfekt wird, nicht entmutigen lassen!

  3. So ein “Neuer” kann schon viel Freude machen!
    Das Huhn schaut schon mal grandios aus!!! 🙂

    • Jaa 🙂 Die “Bohnensuppe” heute war auch gar köstlich…

    • Ist auch eine große Liebe zwischen dem Bräter und mir, Herr H. ist schon ganz eifersüchtig 😉

  4. Gratuliere zum Topf! Jetzt, wo Du’s erwähnst….ich hab ja nur so einen großen….
    Dein Huhn sieht köstlich aus – und Salzzitronen habe ich immer im Kühlschrank.

    • danke 🙂 Und dir fehlt nur noch das Huhn 😉

        • Also der Topf… geht bestimmt auch in einem größeren Bräter, mußt du halt mehr Huhn reintun 🙂 Nee, im Ernst, ich war lange auch unsicher, ob es unbedingt so ein teurer, gußeiserner sein muß. Und irgendwo (wo, habe ich leider vergessen) schrieb jemand, er habe das gleiche Gericht in zwei Töpfen zubereitet und das aus dem gußeisernern habe besser geschmeckt. Gute Werbung? Jedenfalls wollte ich es endlich wissen. Und ich bin soo glücklich mit ihm, obwohl erst zweimal benutzt…(Oder liegt dein Problem noch woanders?)

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