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Phở bò – Vietnamesisches Lebenselixier

Pho Bo 1

Eine Suppe, die laut Liste von CNN Go auf Platz 28 der 50 beliebtesten Speisen weltweit steht, kann so schlecht nicht sein. Dass diese Suppe sich derartiger Beliebtheit erfreut, war mir beim ersten Kosten nicht bekannt. Es war ein neblig trüber und kalter Tag in München. Ich war mit einer Freundin auf Stippvisite in der Stadt. Wir kannten uns absolut nicht aus und landeten mittags eher zufällig in einem vietnamesischen Lokal. Dort bestellte ich eine Phở bò und war zunächst verwirrt. Ich bekam einen großen Teller zur Suppenschüssel, auf dem sich Sprossen, Koriander, Basilikum, Chiliringe und Limettenspalten befanden, was sollte ich damit machen? Ich sah mich um und hatte Glück. Ein junger Mann am Nachbartisch hatte die Suppe auch bestellt. Er gab Limettensaft in die Suppe und streute immer wieder von den anderen Zutaten darüber. Aha. Ich probierte und war hellauf begeistert. Eine köstliche, kräftige Rinderbrühe mit schmalen, zarten Rindfleischstreifen und Reisnudeln. Satt und wohlig durchgewärmt pilgerten wir weiter durch die Stadt. Leider vergaß ich den Namen dieser köstlichen Suppe, nicht aber ihren Geschmack. Julia konnte zum Glück helfen und so bastelte ich das Rezept mit Hilfe der Zutatenliste aus meiner Erinnerung nach.

Für die Phở bò:

  • 1 l Rinderbrühe
  • 2 Sternanis
  • 2 Pimentkörner
  • 1 Zimstange
  • 1 Kardamomkapsel
  • 1 nussgroßes Stück Ingwer, geschält, gedrittelt
  • 1 EL Nuoc Mam (oder eine andere Fischsauce)
  • 170 g Reisnudeln (10 mm breit)
  • 200 g Rumpsteak, in feine Streifen geschnitten

Ich köchelte alles ca. 20 Minuten, seihte die Brühe ab und gab die Nudeln hinein. Nach sechs Minuten fügte ich die Rinderstreifen hinzu und ließ sie in ca. 4 Minuten in der nur leise köchelnden Brühe gar ziehen. Und schon war die Suppe fertig.

Für die Garnitur:

  • frische Thai-Minze oder Thai-Basilikum
  • frischer Koriander
  • 4 rote Chilis, in feine Ringe geschnitten
  • 1 Handvoll Mungbohnensprossen
  • 1 Limette

phpbo8-kl

Fazit: Sofern man eine Rinderbrühe bereits fertig (eingefroren) zur Hand hat, ist die Suppe im Handumdrehen zubereitet. Herr H. merkte beim Genuss an, er habe gelesen, dass sich Phở bò auch als eine der besten Arzneien gegen alkoholische Ausschweifungen bewährt habe. Zum Glück haben wir so etwas (fast) nie mehr nötig. Und so bleibt die vietnamesische Rindfleischsuppe eine aromatische Köstlichkeit, die sowohl an warmen, als auch an kalten Tagen genossen werden kann.

Pho Bo 2

Ein Kommentar

  1. mmmh lecker, das würde mir als Suppenliebhaber auch gefallen! Muss ich auch mal auf die ToDo Liste setzen, danke fürs Rezept 🙂

    • 🙂 Gern geschehen, ist aber auch super schnell gemacht und echt köstlich!

  2. Diese vietnamesichen Suppen mag ich auch sehr gerne. Bisher habe ich sie jedoch nur auswärts gegessen. Toll, was du alles so ausprobierst.

    Zum Souffle: Eischnee nicht schmierig, sondern etwa zu 80% aufschlagen. Cremig-Locker mit ganz feinen Bläschen. Wenn man beim Schlagen Widerstand spürt, dann sollte der Eischnee gut sein.

    Hier habe ich mal Bilder vom Eischnee.
    http://mari-to-kazuo.blogspot.de/2012/01/walnuss-chiffon-cake.html
    (Ist zwar ein älterer Post, der noch nicht alle gewonnenen Erkenntnisse berücksichtigt …)

    • Ach ja, die Brandmasse bräunt nicht. Wie lange ich sie auf dem Herd hatte, kann ich gar nichtr mehr sagen. Kam mir recht lange vor. Dafür war ich bei der Eigelbzugabe großzügig.^^
      Hm, ich werd das Souffle die Tage mal nochmal zubereiten. Und dann auf diese Details achten.
      Hoffentlich gelingt es mir dann auch.
      Liebe Grüße und viel Erfolg
      Mari

      • Ok, ich hatte nach ca. 2 Minuten das Gefühl, dass die Masse zuviel Feuchtigkeit verlor. Werde deine Tipps berücksichtigen 🙂

    • Vielen Dank. Das ist hilfreich. Ich habe ihn dann wohl doch nicht steif genug geschlagen und probiere es heute nochmal (so schnell gebe ich mich nicht geschlagen ;-)). Ja, die Suppe ist super, vor allem bei der Kälte…

  3. Oh wie schön leicht und lecker! Nach einer Woche Schnitzel, Mehlspeisen und Käsepressknödel ist mir genau danach!!!

    • 🙂 Oh, du bist schon wieder da. War’s gut? Eine Woche Mehlspeisen = Höchststrafe für mich 😉

      • Noch nicht, kommen grade von der Piste. Schlagkaputt aber glücklich. Freu mich auf eine entspannte Bloggerwoche. Habe grade einen lustigen Käse gekauft. Ne Alternative zur Belper Knolle 😉

        • Enspannte Bloggerwoche… 😉 Langlaufen hättet ihr auch hier können! Na, dann bin ich mal gespannt auf den “Neuen”. Wie heißt er denn?

  4. Suppe! Das wär’s jetzt. Wir hatten gestern dichten Schneefall, heute in der Früh -4 Grad mit eisigem Wind. Echtes Suppenwetter.

    Und verdient diese Suppe es, dass sie auf Platz 28 von 50 Speisen ist? Ich kenn die nämlich gar nicht.

    • 🙂 Ich würde ihr sogar noch einen höheren Rang einräumen, dabei bin ich gar nicht so der Brühenfan, aber diese ist köstlich! (Hier heute Nacht -10°C, dafür jetzt sonnig…und kalt).

  5. Ich nehme auch eine Suppe. Ich habe schon von ihrer legendären Wirkung gehört – bestimmt zaubert die auch so allgemeine Genervtheitsgefühle weg 😉

    • Hey, wieso bist du genervt? Ihr hattet es noch viel länger warm! Und ja, irgendwie ist die Suppe magisch 😉

      • Ich hatte eine Woche mit randalierenden Handwerkern, die mittels Schlagbohrer versuchten, unseren Keller instand zu setzen. Danach haben sie das Chaos dann mittels Idustriestaubsauger beseitigt. Und so manches Kind hier, äh, also eins, hat sich gedacht…..randalier ich halt ein bisschen mit. Krieg ich jetzt Suppe? :-))

        • Oje, Lärm ist in der Tat eine der schlimmsten Belästigungen, denen man ausgesetzt sein kann. Ich schick dir eine virtuelle Suppe! 🙂 (Und du kannst sie dir auch wirklich ganz einfach machen!)

  6. Pho mag ich auch sehr! Hat es aber schon lange nicht mehr gegeben, jetzt plan ich es gleich ein. Ich geb noch Frühlingszwiebel rein und mach es am liebsten mit Udonnudeln. Mmmhhh bei dem Wetter wär das heute das richtige, nur leider nicht alle Zutaten im Haus…

    • Pho mit Frühlingszwiebel und Udon… da wären wir schon fast in Japan auf Shikoku, obwohl es dort zu Udon köstliche Misosuppe gibt 😉 Über das Wetter schweige ich vornehm 🙂

  7. Sieht köstlich aus! Also, mir gefällt ja alles super gut, auf das man während des Essens immer noch mal etwas drauf krümeln, streuen oder klecksen kann – vom Reis mit Curry etwa kenne ich das auch so. Deine tolle Suppe wird daher unbedingt nachgekocht werden!

    • 🙂 Gibt auch vorzügliche vegetarische Brühen!

    • 🙂 Meine auch, neben Miso, versteht sich!

  8. Die Pho Bo im Jasmin ist aber auch wirklich eine der besten in München – wenn nicht sogar in Deutschland. Ich liebe diesen versteckten Vietnamesen in Sendling! Bis ich mal wieder in Minga bin, probiere ich es aber mit Selbermachen nach Deinem Rezept!

    • Ja, nicht wahr? 🙂 So schnell kommr ich da leider auch nicht wieder hin, deshalb ist selber machen immer eine gute Alternative 😉 (und bei dieser Suppe sogar völlig einfach und schnell)

  9. […] üppige, köstliche, österreichische Krawummsspezialitäten auf dem Speiseplan standen, dass sich Eva  ”Phở bò – Vietnamesisches Lebenselixier” gekocht hat. Was für den Vietnamesen gilt, gilt sicherlich auch für die Mutti und so kochte ich […]

  10. Frau A. vom Bodensee Frau A. vom Bodensee

    Bin gerade am Stöbern in deinem Blog und auf Pho bo gestossen. Gekocht habe ich diese Suppe noch nicht , aber schon etliches darüber gelesen. Eine wirklich wunderbare Geschichte zu Pho bo findest du bei Frau zii (15. April 2012). Einfach lesenswert.
    Liebe Grüsse
    Maya

    • Danke, Maya, die schaue ich mir an. Aber die Suppe musst du dir unbedingt kochen, die ist der Hammer! 🙂

  11. Toller Beitrag….da läuft mir als Vietnamese immer wieder das Wasser im Mund zusammen. Ich komme aus München und da gibts neben dem hervorragenden Pho79 Laden in der Theresienstraße noch das Kam Yi, das auch hervorragend Pho kocht. Manchmal vermitt man in Retaurants und Imbissstuben den Straßenflair, den man von Vietnam kennt. Aber die Gerichte sind immer lecker.

    • Danke, Khoa! Ich finde die vietnamesische Küche insgesamt sehr spannend! Leider kenne ich hier in Hamburg keine guten vietnamesischen Restaurants. Muss ich also den Kochbüchern und den Ratschlägen des Besitzers meines Asialadens vertrauen. 🙂

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