Zum Inhalt springen

Frühlingsappell: Grünes Thai Curry mit Hühnchen

Grünes-Thai Curry

In diesem Jahr ziert er sich ungewöhnlich lang, der liebe Frühling. Alles Sehnen vieler Menschen scheint ihn kalt zu lassen. Deshalb rufe ich an dieser Stelle zum kollektiven Frühlingsappell auf! Lasst ihn uns herbei kochen. Ich beginne mit einem frühlingsfrischen grünen Thai-Curry. Da uns gestern ein neues (4 kg!!) Huhn ins Haus gestampft kam, musste das letzte Stück Hühnerbrust seinen Platz in der Tiefkühltruhe räumen. Da ich im Kühlschrank nur zwei randvolle Schubladen habe, muss ich den zusätzlichen Gefrierschrank im Keller aktivieren. Zumindest den Stromanbieter freut es.

Für die grüne Currypaste:

  • 4 kleine, grüne Chilischoten (ich: leider nur rote)
  • 1 Stange Zitronengras, nur der weiße Teil, ca. 12 cm lang, in feine Ringe geschnitten
  • 3 cm frischer Galgant, geschält, fein geschnitten (ich: Ingwer)
  • 5 Kaffirlimettenblätter, grob gehackt
  • 4 Knoblauchzehen, grob gehackt (ich: 2)
  • 3 Schalotten, grob gehackt (ich: 2)
  • 1/2 Handvoll Thai-Basilikum, grob gehackt
  • 1/2 Handvoll Korianderpflänzchen incl. Wurzeln, grob gehackt
  • 1 TL Krabbenpaste (ich: Nuoc mam)
  • 1 TL frisch gem. Koriandersamen
  • 1 TL frisch gem. Kumin
  • 1/4 TL gem. weißer Pfeffer (ich: weggelassen)

Ich zerkleinerte alle Curryzutaten mit dem Pürierstab zu einer feinen Paste und schwitzte sie anschließend in der Wokpfanne an, bis sie zu duften begannen. Herr H. hatte in der Zwischenzeit folgende Zutaten vorbereitet:

  • 300 g Hühnchenbrust, in ca. 1,5 x 1,5 cm große Würfel geschnitten
  • 200 g Mango, in gleichgroße Würfel geschnitten
  • 1 Spitzpaprika, in feine Streifen geschnitten
  • 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 4 Baby Pak Choi, Stiel und Blatt getrennt zerkleinert
  • 100 g Mungbohnensprossen, gewaschen
  • 130 g Kokosmilch
  • 1 TL Palmzucker, grob gehackt

 

Ich gab zunächst die Hühnchenbrust in die Paste und dünstete sie einige Minuten an, fügte Paprika und Pak Choi Stiele hinzu und rührte. Goss Kokosmilch an und ließ das Ganze einige Minuten mit Deckel schmoren. Dann gab ich die restlichen Zutaten hinzu und rührte sie einige Minuten in der Pfanne. Mein Reiskocher hatte den Basmatireis* in der Zwischenzeit perfekt gegart. Vielleicht noch einige Worte dazu. Ich wasche den Reis vor dem Kochen, indem ich ihn in der Schüssel nur ganz knapp mit Wasser bedecke. Dann gehe ich mit den Fingern wie mit einer Harke hindurch und reibe die Körner aneinander. Nach dreimaliger Wiederholung fülle ich etwas mehr Wasser in die Schüssel und gieße es gleich wieder ab. Nachdem ich das dreimal wiederholt habe, ist das abfließende Wasser einigermaßen klar. Dann gebe ich die entsprechende Menge Kochwasser hinzu (bei Basmati 1:2) und lasse ihn noch eine knappe halbe Stunde in dem Wasser stehen, bevor ich ihn koche. Ich habe das Gefühl, dass der Reis dadurch besonders locker und gut gegart wird. Gegebenenfalls dicke ich das Curry noch mit 1 TL Stärke an. Das war bei diesem Curry nicht nötig.

Grünes-Thai

Fazit: Wir mögen Gerichte dieser Art zur Zeit am liebsten. Aromenreich, ohne überfrachtet zu wirken, frisch und bekömmlich. Dieses Curry war definitiv ein echtes Highlight und überzeugte mit seiner Frische. Mir war zuvor nicht klar, dass man auch frische Kräuter in Currypasten verarbeiten und anbraten kann, ohne dass sie ihre Würzkraft einbüßen. Und wenn das kein dringender Appell an der Frühling ist, dann weiß ich auch nicht, wie uns zu helfen sein könnte!

Frei nach: Thailändisch kochen Oi Cheepchaiissara

*Traditionell wird in Thailand Jasminreis verwendet. Da mein Lagerplatz nicht für mehr als 5 Reissorten reicht, nehme ich stattdessen Basmatireis.

Ein Kommentar

  1. Sieht seeehr lecker aus und motiviert zum “Frühlingskochen” – ich hoffe ja, dass ich bald mal damit anfangen kann, die grünen Zutaten im Garten anzusiedeln (momentan ist ja noch alles weiß).

    • Danke! 🙂 Hier weicht das Weiss im Sonnenschein, aber der Ostwind ist eisig *brrr*

    • Ich muss dich enttäuschen. Es hat nix genützt. Die Aussichten für nächste Woche sind (für Hamburg) äußerst bescheiden 🙁

      • Mist. Ich war gestern so vermessen, bei uns im Biotop nach dem allfälligen Bärlauch zu schauen. Über das Ergebnis sage ich jetzt mal nix.

        • Du bist in einer dicken Schneewehe stecken geblieben? 😉 (oder habt ihr etwa keinen?)

  2. Absolut köstlich. Herrliche Farben…draußen ist es ja eher grau. Mir hilft da was Buntes auf dem Teller ungemein!

    • Danke 🙂 Mir auch. Und grau ist es hier auch, bzw. jetzt zum Glück schon dunkel 😉

  3. Das sieht mal wieder spitze aus! Und sehr stylishe Fotos – das Zutaten-Arrangement hat es mir besonders angetan. Dann auch noch Mango im Spiel – das hätte ich heute Abend gern!

    • Danke. 🙂 Im Orginalrezept war Ananas, das habe ich unterschlagen 😉 und die Mango war gerade reif…

  4. Wow.
    Die grüne Currypaste sogar hausgemacht?
    Das lobe ich mir….
    Wobei die Beschaffung der Zutaten sicher nicht einfach war.
    Denn woher nimmt man bitte im März “Korianderpflänzchen incl. Wurzeln, grob gehackt”, wenn man sie nicht gerade selber zufällig auf der Fensterbank gezüchtet hat? 😉
    Mit leckerem Gruß, Peter

    • Danke. Nein, das Beschaffen der Zutaten ist hier in Hamburg nicht schwer. Im Asialaden gibt’s tatsächlich ganze Korianderpflänzchen inkusive Wurzel! Hab’ allerdings keine Ahnung, wo der herkommt 😉

  5. Krabbenpaste wäre eigentlich gkapi (in so kleinen Döschen in so gut wie jedem Asienladen zu findenm ersatzweise etwsa zermatsche Anchovis), nuoc mam ist doch Fischsauce (also nam pla?) ansonsten gefällt mir das ganz gut. so rein prinzipiell essen Thais allerdings Jasmin-Duftreis, keinen Basamtireis, und Mango gehört gar nicht in ein grünes Curry ;))) – hauptsache Euch hat’s gemundet,

    • Schön, das es dir gefällt, hat uns so gut geschmeckt, dass es schon dreinmal wieder gekocht wurde (wenn auch ohne Mango ;-)).

  6. Ich hab gerade gehört, dass Thais keinen Basmatireis mögen, und bin beim Googeln auf diesen Link gestoßen… weiß einer, warum das so ist?

    • Ich bin nicht sicher, ob sie ihn nicht mögen. In Thailand scheint einfach eher Jasminreis verbreitet zu sein und von dem gibt’s auch nicht nur eine Sorte. 😉

      • Also, ein Bekannter von mir, der eine thailändische Freundin hat, hat mal, als er’s noch nicht wusste, Basmatireis gekauft. Sie hat ihn den ganzen Abend böse angestarrt.

        • Aha, dann scheinen sie ihn tatsächlich nicht zu mögen. Weißt du, was dahinter steckt?

          • Genau das versuche ich ja rauszufinden.

          • Sag’ Bescheid, wenn du mehr weißt! 🙂

  7. Ich habe in Erfahrung gebracht, dass es daran liegt, dass Basmatireis weniger Geschmack als Jasminreis hat und eher für indische dicke Curries geeignet ist. Hm.

    • Hm. Das befriedigt meine Neugier nicht wirklich, zumal ich Basmatireis auch nicht gerade als geschmacksneutral empfinde und es ja auch in Thailand “dicke” Curries gibt… ich werde auch mal forschen gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen