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La visite du poulet basque

baskisches huhn1

Nach einem kurzen Zwischenspiel hat sich hier im Norden der Sommer wieder verabschiedet. Das ist allerdings nichts ungewöhnliches. Die Schafskälte regiert das letzte Junidrittel und tritt mit über 90% Wahrscheinlichkeit auf. Der perfekte Zeitpunkt, um den Bräter wieder für ein sommerliches Schmorgericht zu aktivieren. Wir hatten noch ein Hühnerbein des Monsterhuhns eingefroren. Das reichte mit seinen 600 g locker für zwei Personen. In meinem handgeschriebenen Kochbuch fand ich ein Rezept für ein baskisches Huhn, das ich schon immer einmal ausprobieren wollte. Einige kleine Änderungen, wie eine deutliche Erhöhung der Gemüsemenge, konnte ich mir jedoch nicht verkneifen.

Für das baskische Huhn:

  • 1 mittelgroße Zwiebel, längs halbiert, in dünne Scheiben geschnitten
  • 2 kleine Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 50 g luftgetrockneter Schinken, in 4 cm breite Streifen geschnitten
  • je 1 rote, gelbe und grüne Paprika, in 4 cm breite Streifen geschnitten
  • 2 lange, grüne Chilis, in Streifen geschnitten (ich:rote)
  • 4 mittelgroße Tomaten, gehackt
  • (ich: 2 Möhren, eine handvoll braune Champignons, 2 kleine Möhren, 2 Stangen Staudensellerie, alles in Scheiben geschnitten)
  • Cayennepfeffer oder Piment d’Espelette nach Belieben
  • 100 g Weißwein
  • 25 g Rotweinessig (ich: Sherryessig)
  • 1 Zweig Thymian, 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Riesenhühnerbein à 600 g

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Herr H. war zum Glück anwesend und kümmerte sich wie üblich um das Gemüse. Ich stellte die übrigen Zutaten bereit und heizte den Backofen auf 175°C vor. Dann schwitzte ich die Zwiebeln im Bräter glasig, fügte Schinken und Knoblauch und ließ alles 10 Minuten brutzeln. Danach gab ich Thymian, Lorbeerblatt und den Wein in den Bräter und ließ das Ganze weitere 6 Minuten köcheln, bis die Flüssigkeit zu 2/3 reduziert war. Dann gab ich den Essig hinein und ließ alles weitere 5 Minuten köcheln. Nun endlich kam die Keule in den Bräter. Ich salzte und pfefferte sie, briet sie rund 5 Minuten an und drapierte schließlich das Gemüse um sie herum. Deckel drauf. Ab in den Ofen.

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Nach 45 Minuten zog ein unwiderstehlicher Duft von der Küche durch die ganze Wohnung. Ich gestehe an dieser Stelle, dass mich die Hähnchenbratwagen vor den Supermärkten magisch mit ihrem Duft anziehen, obwohl ich dort niemals mehr eine der traurigen Kreaturen kaufen würde. Aber der Geruch… . Unsere Mägen knurrten. Ich taute ein Ciabatta auf und servierte Herrn H. ein Glas Rotwein. Dabei lässt es sich bequem noch ein Weilchen ausharren. Wir warteten noch ca. 10 Minuten, damit wir uns nicht den Mund verbrennen würden.

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Fazit: Köstlichst! Es geht nichts über ein Hühnerbein mit knuspriger Haut. Die leicht saure Note des Schmorgemüses war erfrischend, das Hühnerbein super zart und sehr aromatisch. Damit können wir die Schafskälte überstehen und bestimmt wird es nächste Woche  wieder richtig heiß!

Frei nach: Bon Appetit – Klassiker der französischen Landküche Manu Feildel

Ein Kommentar

    • 7. Sinn? Magische Hellsichtigkeit? 😉
      Machst du das tatsächlich genau so?

      • Im Großen und Ganzen schon…..bloß brauche ich meist mehr als einen Hühnerschenkel 😉

        • 😉 Klar. Du hast ja auch mehr hungrige Mäuler und keine Monsterhühner…

      • Das reicht zwar mir, aber da gibt es noch diverse “Mitesser(innen)”. Der Spruch stammt im übrigen nicht von mir, sondern von einem Kunden, der einen Blick auf den Monitor warf, als er in mein Büro kam.

        • 😉 Naja, man kann zur Not auch ein ganzes Huhn in den Topf werfen. Dann bräuchte ich allerdings einen größeren Bräter. Gruß an die Kollegen!

  1. das duftet ganz wunderbar bis hierher 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Inzwischen hat sich der Geruch zum Glück verflüchtigt. 😉
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  2. 600 g ein einziger Hendlhaxen! o.o
    Bist du sicher, dass du da keinen Geier oder so erwischt hast? 😉

    Schaut sehr, sehr fein aus.

    • Danke, Susi. 🙂 Ja, ganz sicher. Ich habe das Vieh selbst zerlegt und es wog insgesamt 4,4kg…

  3. Was für ein Riesen-Schenkel ;-). Ich mag sehr, dass Du an Deine Rezepte immer mehr Gemüse gibst als laut Vorlage geplant – wenn ich mal nach Kochbuch koche, was außer im Falle von Jerusalem selten vorkommt, dann mache ich das auch so. Köstlich sieht’s aus!

    • Ja, nicht wahr. Ich war anfangs auch skeptisch, ob einer reichen würde, aber hinterher waren wir pappsatt. 🙂
      Und viel Gemüse ist bei mir ein MUSS. Denn das mag ich am liebsten. 😉

  4. tolle Rezepte, tolle Bilder – sehr einladend!:-) leider bin ich nicht so ein Fleischliebhaber, aber die Ravioli werden bestimmt ausprobiert!:-) würde mich über vegetarische Rezeptideen freuen:-)
    ganz liebe Grüße:-)

    • Danke, Mademoiselle! Im Index findest du bereits ein große Auswahl vegetarischer Rezepte und es werden sicher noch mehr dazu kommen. 😉

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