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Nicht nur für Suppenkasper: Zitronengras-Mais-Suppe

Maissüppchen 2

Ich war bislang kein Freund von Cremesuppen, denn aus völlig unerklärlichen Gründen ist mir eine weiche, cremige Textur bei herzhaften Gerichten zuwider, während ich sie bei süßen Speisen durchaus schätze. Irgendwie fehlen mir der Biss, der Knusper und das genüssliche Kauen. Paradoxerweise sprach mich das Rezept für die Maiscremesuppe sofort an. War es die wundervolle zartgelbe Farbe? Ich weiß es nicht genau. Ich wusste nur, dass ich sie unbedingt kochen wollte und dass sie mir mit Mais-Relish als Knusper und getoastetem Brot für den nötigen Biss durchaus könnte.

Für die Zitronengras-Mais-Suppe:

  • 1,5 Maiskolben, Hüllblätter entfernt (ich: leider Bio Dosenmais, ca. 180 g)
  • 25 g Butter
  • 1/2 Zwiebel, fein gehackt
  • 1,5 cm Ingwer, geschält und fein gehackt
  • 1/2 rote Chili, entkernt und fein gehackt (ich: 1/2 gelbe)
  • 12 g Mehl
  • 500 g Milch
  • 2 Stängel Zitronengras, das untere Drittel fein gehackt
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Crème Fraîche

Für das Mais-Relish:

  • 1/2 Maiskolben (ich: 50 g Bio Dosenmais)
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 1/2 rote Chili, fein gehackt (1/2 gelbe und 1 EL Tomatenwürfel)
  • 5 g frischer Koriander, gehackt
  • 1/2 Stängel Zitronengras, das untere Drittel fein gehackt

zutaten serie

Ich zerließ die Butter bei mittlerer Hitze und briet Zwiebel, Ingwer und Chili darin ca. 5 Minuten an. Sie sollen weich, aber nicht gebräunt sein. Ich rührte das Mehl unter, schwitzte es 1 Minute an, gab anschließend Milch, Zitronengrasringe und – abschnitte und die Maiskörner hinzu und brachte die Suppe unter Rühren zum Köchen. Sie durfte abgedeckt bei schwacher Hitze weitere 10 Minuten köcheln. Inzwischen war Herr H. nach Hause zurückgekehrt und schaute verwundert in den Topf. Ich erklärte ihm, dass ich einem Cremesüppchen einmal eine Chance geben wollte und dass wir sie bei Gefallen ja in unser nächstes Menue einbauen könnten. Da er recht hungrig war, stellte er meine Wahl nicht lange in Frage, sondern bereitete sogleich das Mais-Relish zu. Die Zutaten dafür hatte ich bereits fein gehackt. Er mischte alles in einer Schüssel, schmeckte mit Salz, Pfeffer und Olivenöl ab und röstete einige Brotscheiben im Backofen.
Ich entfernte die Zitronengrasabschnitte aus der Suppe, pürierte sie glatt und gab sie anschließend durch ein Sieb zurück in den Topf. Ich war überrascht über die große Menge an Abgesiebtem, entsorgte es aber brav in die Biotonne. Dann schmeckte ich die Suppe mit Salz und Pfeffer ab und füllte sie auf die Teller. Ich gab einen TL Crème Fraîche in die Mitte und wollte eigentlich ein hübsches Streifenmuster in die Suppe rühren, aber die Crème Fraîche versank schneller als ich Rühren konnte. Herr H. gab trotz meines Widerstands einen weiteren Löffel Crème Fraîche in die Suppe und etwas von dem Relish.
Maissüppchen mit details

Fazit: Nachdem Herr H. nach einer gefühlten Ewigkeit vom Fotografieren wiederkam, nahm ich neugierig den ersten Löffel Suppe. Hm… cremig (was zu erwarten war), leicht süß, zitronig, etwas scharf – einfach rund. Wir vertilgten die Suppe restlos und sie bekam ihren Platz als Vorsuppe im Menue. Auch unsere Gäste waren von der Suppe angetan. Entweder habe ich damit meine Cremesuppenabneigung überwunden oder diese Suppe ist in der Lage auch Suppenkasper vom Gegenteil zu überzeugen.

Aus: Die neue vegetarische Küche Maria Elia

Ein Kommentar

  1. Das schaut sehr, sehr gut aus! Maiscremesuppe hat eine Farbe, die man um diese Jahreszeit dringend braucht, so schön sonnengelb.
    Und deine Suppenschalen sind auch toll! Da muss Suppe doch schmecken.

    • Danke, Susi. Ja, ein wenig Licht auf dem Teller tut gut – oder ein Besuch im Hamman. 😉 Danke für die Anregung!

  2. Die ist aber schön gelb, das macht richtig fröhlich.

  3. Das tönt herrlich, die könnte auch bei mir auf der Liste landen 😉
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Danke, Andy. Sie machte sich als Vorsuppe auch wirklich gut!
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

    • Du beschreibst es treffender als ich. 😉

  4. So, das Rezept ist schon ausgedruckt! ER liebt Mais und wird mich für die Suppe lieben 😉
    Ich liebe Suppen, könnte ich durchaus mal ne ganze Woche essen, ohne irgendetwas anders *g*

    • Ich freue mich immer, wenn ich “Liebe verbreiten” kann. 😉
      Aber wie man ständig Suppen essen kann, ist mir ein Rätsel, Eintöpfe ja, mit vielen Stücken drin und schön sämig gebunden…

  5. Komischerweise habe ich Mais immer so gar nicht auf dem Zettel – mal abgesehen von ein paar Kolben, die im Spätsommer für vage Grillpläne im Einkaufskorb landen. Aber vielleicht sollte ich doch mal – das sieht wirklich so schön aus, und im Gegensatz zu Dir liebe ich cremige Suppen. Und ja, um die Suppenschalen beneide ich Dich auch!

    • Danke, Sabine. Mais fristete bei mir bisher auch eher ein Schattendasein, zu viele traumatische Erlebnisse während meiner Studienzeit… 😉
      Und die Schale. ähm, die ist eigentlich gar keine Suppen-, sondern eine Olivenschale (-schälchen). 🙂

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