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Knusper-Streusel-Tarte

kürbis cheesecake 10

In Bernd Sieferts Kuchen, Tartes & Cupcakes, in dem sich zum Glück nur sehr wenige Cupcake-Rezepte befinden, entdeckte ich einen knusprigen Kürbis-Cheesecake, der den sofortigen Nachbackreflex auslöste. Herr H stimmte begeistert zu, da die Zubereitung etwas komplexer ist und fast schon ein wenig Richtung Torte geht. Und da ich meine Mürbeteigschwäche erfolgreich überwunden habe, stand einem Gelingen nichts im Weg.

Für den Kürbiskern-Mürbteig (2/3 Menge für die 22 er Form, im Original 28 er):

  • 37 g Butter
  • 66 g Zucker
  • 10 g Marzipanrohmasse
  • Mark 1/3 Vanilleschote (ich: 1/2 TL Vanilleessenz)
  • Abrieb 1/3 Bio-Orange
  • 37 g Eigelb
  • 0,7 g Salz
  • 100 g Weizenmehl 405er
  • 15 g Kürbiskerne, geröstet und gemahlen

Kürbiskern Mürbeteig Serie

Während Herr H. die bereits gerösteten Kürbiskerne mörserte, rührte ich Butter, Zucker, Marzipan, Vanilleessenz, Orangenabrieb und Eigelb glatt. Anschließend gab ich Mehl und Kürbiskernpuder hinzu und vermengte alles mit zum Glück winterkalten Händen zügig zu einem Teig. Den fertigen Teig steckte ich in einen Gefrierbeutel und rollte ihn darin zu einer flachen Scheibe (Danke, Susi!). So kühlt er schneller durch und lässt sich später leichter weiterverarbeiten. Der Teig durfte über Nacht im Kühlschrank entspannen.

Für die Kürbiseinlage:

  • 100 g brauner Rohrzucker
  • 20 g Honig
  • 660 g Wasser
  • 66 g Weißwein
  • 37 g Orangensaft
  • Abrieb 1/2 Bio-Orange
  • 10 g Ingwer, in Scheiben geschnitten
  • 2 Nelken, 2 Pfefferkörner, angedrückt
  • Mark 2/3 Vanilleschote (ich: 1 TL Vanilleessenz)
  • 200 g Hokkaidokürbis, geschält, entkernt, in Würfel mit 2 cm Kantenlänge geschnitten
  • 6 g Rosenwasser (ich: weggelassen)

Kürbiseinage Serie

Die Bilder zeigen die Püreeherstellung. Für die Einlage kochte ich alle Zutaten bis auf die Kürbiswürfel auf, ließ den Sud eine halbe Stunde ziehen und siebte die Gewürze anschließend ab. Dann gab ich ihn über die Kürbiswürfel, kochte alles auf und ließ die Kürbiswürfel in etwa 10-15 Minuten offen gar köcheln. Den Sud hob ich für spätere Verwendung auf. Von den Kürbiswürfeln werden 200 g als Einlage benötigt. Der Rest kann später als Dekoration verwendet werden.

Für die Kürbis-Käsekuchenmasse:

  • 200 g Doppelrahmfrischkäse
  • 60 g Zucker
  • 37 g Ei
  • 37 g Kondensmilch (ich: halb Milch, halb Sahne, keine Ahnung, warum es Kondensmilch sein soll)
  • 60 g Hokkaidokürbispüree
  • 2,5 g Maisstärke
  • 15 g brauner Zucker
  • 1,4 g Zimt
  • 0,6 g Muskat, frisch gerieben
  • Mark 1/3 Vanilleschote (ich: 1/2 TL Vanilleessenz
  • 2 Tropfen Rosenöl (ich: weggelassen)

Cheescakemasse Serie

Herr H. schlug zunächst den Frischkäse mit dem Zucker auf. Ich wog derweil die restlichen Zutaten ab, gab sie nacheinander in die Schüssel, während Herr H. weiterrührte. Anschließend heizte ich den Backofen auf 160°C vor, butterte die Tarteform und rollte den Teig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche auf ca. 24 cm Durchmesser aus. Ich legte ihn in die Form, schnitt die überstehenden Ränder ab und stach den Boden mit einer Gabel ein. Mit Backpapier belegt und Hülsenfrüchten belegt durfte er für ca. 20 Minuten in den Backofen. Nach 15 Minuten entfernte ich Backpapier und Hülsenfrüchte und buk ihn noch 5 Minuten.

Für die Streusel mit Kürbiskernen:

  • 17 g Kürbiskerne, geröstet und gemahlen
  • 100 g Weizenmehl 405er
  • 42 g Zucker
  • 1 Pr. Salz
  • Abrieb 1/3 Bio-Zitrone
  • 57 g Butter

Füllen Serie

Herr H. hatte in der Zwischenzeit die Streusel zum Vorbacken vorbereitet. Dazu hatte er die Butter zerlassen und unter Kneten zu den übrigen Zutaten gegeben. Er hatte die Masse zu Streusel gerieben. Diese durften nun bei 160°C 25 Minuten vorbacken.
Ich verteilte als erstes die 200 g Kürbiseinlage auf den vorgebackenen Boden, strich die Käsemasse darüber und erhöhte die Backtemperatur auf 200°C. Nach einigen Minuten reduzierte ich die Temperatur auf 180°C. Nach 30 Minuten war die Käsemasse angebacken. Ich verteilte die Streusel darauf und ließ den Kuchen weiter 10 Minuten backen. Nachdem er komplett erkaltet war, konnten wir ihn endlich anschneiden und verkosten.
kürbis cheesecake 9

Fazit: Absolut köstlich! Ich war hingerissen von dem Kontrast der Texturen. Cremige Käsemasse mit fruchtigen Kürbiswürfeln, gut durch gebackener Boden und himmlisch knusprige Streusel. Er schmeckte gut durchgezogen am nächsten Tag noch runder. Auch Herr H. war angetan, merkte jedoch an, dass er die Tarte, auch wenn die Zubereitung recht aufwendig sei, nicht an eine Torte heranreichen könne. Ich sehe schon, wir kommen an einer größeren Investition nicht vorbei.

Aus: Kuchen, Tartes & Cupcakes Bernd Siefert

Ein Kommentar

  1. Hab ich das doch richtig gesehen, dass das Kürbis war… Das war mein erster Gedanke bei deinem Bild (so langsam kennt man deine Ausprobierfreude ja), aber hab dann gedacht ich wäre von den ganzen Kürbisgerichten überall schon total gebiased und das müsste Pfirsisch oder so was sein… 😉 Es sieht (wie immer) sehr lecker aus!
    Schmeckt das jetzt eigentlich eher herzhaft oder eher wie ein “richtiger” Kuchen?

    • Danke, Tring. Ja, ich war gemein und habe das “Kürbis” im Titel rausgenommen. 😉 Der Kuchen schmeckt wie ein Cheesecake mit Mürbeteigboden und herrlich knusprigen Steuseln – also so wie ein “richtiger” Kuchen.

  2. Verrückt, ich habe bei dem Foto zuerst an eine Quiche gedacht! Kürbis im Kuchen kenne ich, aber dann mit einem Pürree, deine Variante war für mich ganz neu. Der Kuchen sieht aber lecker aus!
    Liebe Grüße, Christina

    • Danke, Christina. Eine Quiche? Schon interessant, was man alles in Bilder hereindeuten kann. 😉 Er schmeckte auf jeden Fall sehr gut.
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Kürbis süß….also gut, dann nehme ich beim Einkaufen eben doch mal wieder einen mit, wenn Du hier so auffährst. Allerdings muss ich am Wochenende mit Töchterchen cupcakes backen…hat sie in einer Zeitschrift entdeckt….

    • Ja, ich habe auch schon an dich gedacht beim Schreiben. Das gute an der Sache ist, dass man einen (kleinen) Kürbis mit Brot und Kuchen komplett “los” wird. 😉 Cupcakes? Du Ärmste, die sind ja so gar nicht meins, so richtig schön bunte mit viel “Frosting”?

  4. Schon länger liebäugel ich mit einem Kürbischeesecake – jetzt bin ich überzeugt! Kürbismus habe ich auch noch da, vielleicht mache ich ihn gleich am Wochenende…
    Evtl. aber ohn Stückchen, sonst isst ER am Ende nicht mit. Er mag es nicht, wenn irgendetwas im Kasekuchen ist… Kein Kirschen, Mandarinen – maximal Rosinen…

    • Das wird ein “arbeitsreiches” Wochenende für dich. 😉 Die Kürbisstückchen fand ich sehr schön in der Masse, aber Rosinen und Co. mag ich da auch nicht drin haben.

  5. Hallo, ein sehr schöner Blog und ein tolles Rezept. Ich dachte auch zuerst, es sei eine herzhafte Quiche, Kürbis schiebt man immer schnell in diese Ecke.
    Mir gefallen die orangefarbenen Würfelchen sehr gut!

    • Danke, Cheriechen. 🙂 Freut mich, dass es dir hier gefällt. Ich finde Kürbis in (dezent) süßer Umgebung köstlich.

  6. 1,4 g Zimt! Das ist schon wieder eine Menge, die mich zum Schaudern bringt.
    Aber gut ausschauen tut das Ergebnis auf jeden Fall! Aufwändig aber auch.

    • Danke, Susi. Ich glaube, ich habe auch nach 1 g gestoppt, aber die Menge ist so im Buch angegeben. Und für mich war das reizvolle gerade die “tortenähnliche” Zubereitung. 😉

  7. Ich überlasse das Feld heute der Nachbarin. Kürbis ist leider ja nicht so meins und als süsse Version schon gar nicht. Ich stell mich dann wieder an, wenn es eine g’scheite Torte gibt 😉

    • Die hat ihre Stücke schon mit Genuss verspiesen. 😉 Die Torten sind auch schon fertig, aber ich kann hier ja nicht nur Süßes servieren…

  8. Als ich das Bild sah hab ich zuerst an eine herzhafte Quiche gedacht. Aber Cheesecake hört sich viel besser an!!! Macht mich echt neugierig…

    • Das finde ich wirklich seltsam, ich meine, dass so viele an eine herzhafte Quiche denken. Da sind doch Streusel drauf! 😉

  9. Haha, da kommt der Cheesecake Liebhaber in dir durch, stimmt’s? *g*
    Hm? Was lese ich da im Buch? Kürbiswürfel mit Kaltgelee abglänzen? Von Kaltgelee habe ich noch nie was gehört. Wahrscheinlich ist Nappage damit gemeint. Das nimmt man zum Abglänzen von Sahnetörtchen. Aaah, ich muss dringend nach Japan zum Shoppen. 😛
    Ich habe gerade mal erst drei Rezepte aus dem Buch gebacken. Aber die Pecan Pie fand ich ja sensationell. Dabei fällt mir ein, deine Pecan Tarte mit dem Greek Caramel wollte ich auch mal nachbacken. Ich muss demnächst mal wieder Pekannüse kaufen. 😀
    Und? Wird es noch ein Rezept aus dem Buch geben?
    Ich bin mal wieder bei Kurt Matheis gelandet und versuche Baiserschalen zu fertigen. Versuch 4 ist gerade im Ofen.^^
    Liebe Grüße,
    Mari

    • Ich gestehe.^^ Wobei ich immer noch keinen Favoriten unter den Cheesecakes habe…
      Das Abglänzen habe ich einfach unterschlagen.;-) Irgendwann komme ich noch an das Pektin-NH und dann wird abgeglänzt, was das Zeug hält…
      Pecan Pie also. Aha. Als ich Herrn H. erzählte, dass du den sensationell findest, war er gleich Feuer und Flamme. 🙂
      Ja, als erstes dann wahrscheinlich den Pecan Pie – Basierschalen – herzliches Beileid. Vielleicht findest du ja noch raus, wie sie perfekt werden, dann muss ich nicht so viele Versuche machen. 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  10. Ich hatte auch an eine herzhafte Tarte gedacht. Gemüse kommt mir nicht in den Kuchen… 😉 Bin auch kein Fan von Möhrenkuchen. Streusel herzhaft ist dagegen gar nicht so abwegig. Ich hatte mal Rote Bete mit Ingwerstreuseln ganz herzhaft (nach einem Rezept von Tim M.).

    • Ich habe nichts gegen Gemüse im Kuchen. Was wäre die schweizer Rüblitorte ohne Möhren? 😉
      Herzhafte Streuselvarianten werde ich aber auf jeden Fall auch mal testen.

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