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The dark side of the noodle

schwarze nudeln mit lachs und grünem curry4

Freitag Abend, gegen 18 h in der Küche H.. Ich blättere ratlos durch diverse Kochbücher, lege sie schließlich beiseite und stelle mir die wichtigste Frage, worauf habe ich Appetit? Grünes Thai-Curry, das kam schnell. Ich schlage es Herrn H. vor. Er seufzt. Schon wieder? Er nimmt ein weiteres Kochbuch zur Hand, blättert. Die Zeit verrinnt. Mein Magen knurrt lautstark. Herr H. gibt auf. Also gut. Als ich den Lachs aus dem Eis befreie, fällt mein Blick auf einen Block schwarzen Nudelteigs, der dort schon ein Weile gelegen haben muss. Ich schnappe ihn mir. Im warmen Wasserbad ist er in einer guten halben Stunde aufgetaut. Ich erinnere mich dunkel an die Herstellung.

Für den schwarzen Pastateig:

  • 100 g Weizenmehl 405 er
  • 50 g Hartweizenmehl
  • 1 Ei, 2 Eigelb
  • ca. 16 g Sepiatinte
  • 1 Pr. Salz
  • 1 TL Olivenöl
  • evtl. einige EL Wasser

nudeln serie

Ich hatte alle Zutaten in eine Schüssel gegeben, sie mit einem Löffel grob vermengt und schließlich unter Zugabe von einigen EL Wasser gut 10 Minuten von Hand geknetet. Der fischige Geruch der Sepiatinte war, im Gegensatz zur schwarzen Farbe, hinterher nur schwer von den Händen zu entfernen gewesen. Da ich zu dem Zeitpunkt für den Teig keine Verwendung gehabt hatte, hatte ich ihn eingefroren. Er leidet dadurch nur geringfügig, wird bei der späteren Verarbeitung etwas trockener. Nachdem der Teig aufgetaut ist, lasse ich ihn mehrmals, dreifach gefaltet, durch die größte Einstellung der Nudelmaschine, walze ihn anschließend mittel dünn aus und schneide ihn mit dem Aufsatz in dünne Nudeln, die ich in reichlich Gries wende und beiseite lege.

Für das grüne Thai-Curry:

  • 2 Lachsfilets à 125 g
  • 1 Handvoll Romanescoröschen (aus dem Eis)
  • einige Zuckerschoten (s. o.)
  • 1 grüne Paprika, in feine Streifen geschnitten
  • 1 Möhre, mit dem Spiralschneider in lange Locken geschnitten, kurz blanchiert
  • 1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
  • ein Stück Ingwer, fein gehackt
  • 1 Lauchzwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 1 EL grüne Currypaste (auch aus dem TK)
  • 1 TL Palmzucker, gehackt
  • Nam Pla (Thai-Fischsauce) nach Belieben
  • 130 g Kokosmilch

zutaten serie 2

Gemeinsam kümmern wir uns um das Mis-en-place. Dann schwitze ich Knoblauch, Lauchzwiebel und Ingwer einige Minuten in Erdnussöl an, füge Paprikastreifen und Romanescoröschen, der hat noch kein Hausverbot hat, hinzu und pfannenrühre, was das Zeug hält. Herr H. brät inzwischen die Lachsstreifen, die bösen, aus semi-intensiver norwegischer Aquakultur, aber hey,dort dürfen die Kühe auf Matratzen schlafen  (siehe auch Kuhmatratzen), beidseitig ca. 2 Minuten an, beträufelt sie währenddessen mit Fischsauce und und stellt sie anschließend auf einem Teller in den 100°C warmen Backofen. Nun ist Eile angesagt, denn nach mehr als 10 Minuten im Backofen verwandeln sich köstlich zart schmelzende Lachsfilets in gummiartige, trockene Briketts. Ich gebe die Currypaste und den Zucker zum Gemüse, pfannenrühre weiter, gieße die Kokosmilch hinzu und schmecke mit Fischsauce ab. Fischsauce hat im “ungegarten” Zustand einen wirklich üblen Geruch, der sich zum Glück völlig verliert, wenn man sie stark erhitzt. Das Curry darf noch einige Minuten offen vor sich hin köcheln. Herr H. hat inzwischen das Wasser im großen Nudeltopf zum Kochen gebracht. Ich gebe die schwarzen Nudeln in das gesalzene Wasser, lasse sie 3 Minuten köcheln und schrecke sie kurz unter fließend kaltem Wasser ab. Geschafft. Nudeln mit Möhrenstreifen auf Tellern arrangiert, Gemüse-Curry-Sauce beigegeben und Lachs aus dem Backofen evakuiert.
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Fazit: Leider waren wir nicht schnell genug. Der Lachs hätte für meinen Geschmack noch “glasiger” sein können. Herr H. hingegen war völlig zufrieden. Wenn das Eiweiß in seinem Frühstücksei nicht zu 100% erstarrt ist, muss ich mein Ei, vorausgesetzt es ist fester,  immer mit ihm tauschen. Das grüne Curry machte sich in Kombination mit den schwarzen Nudeln erstaunlich gut. Es muss nicht immer Reis sein. Schluss mit der schwarz-weiß-Malerei.

Ein Kommentar

  1. selbst gemachte Sepia- Pasta…. irgendwann wird es die auch mal geben. Bis jetzt hab ich nur gekaufte liegen.

    • Ich habe noch ein großes Glas Tinte im Kühlschrank. 😉

  2. Ich mag glasigen Fisch auch nicht, bin also ganz auf Herrn H.s Seite. Hingegen beim Ei bin ich dann nicht wählerisch.
    Ähm, wieso sollte der Romanesco Hausverbot haben? Habe ich da was verpasst?

    • Romanesco ist doch irgendwie verwandt mit Blumenkohl, oder? Und mit dem habe ich einmal sehr sehr schlechte Erfahrungen gemacht, ein ganz alte Geschichte, ich sollte meinen Unwillen vielleicht langsam mal ablegen. 😉

      • Ach, mit dem Blumenkohl habe ich es auch nicht. Das ist das einzige Gemüse, um das ich mich nun wirklich nicht reisse. Ich ess es, aber für mich würde ich nie Blumenkohl kochen. Ähm, Romanesco eigentlich auch nicht 😀

        • Ich auch nicht. *flüster* Der dümpelte in einer TK-Gmüse-Mischung ‘rum. 😉

  3. Das “glasig”-Problem habe ich mit der besten Ehefrau von allen zum Glück nicht, wir mögen glasig beide extrem gerne. Lieber einen Hauch zu glasig, als komplett durch und trocken. Sowohl beim Fisch, wie auch bein Frühstücksei. Sehr schöne Farbkombination, übrigens!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Danke, Andy. Sehe ich genauso und mit hart gekochten Eiern kann man mich wirklich jagen. 😉
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  4. Ich schließe mich der “Wilden Henne” an und ergänze: wunderschöne Farben!
    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    Toettchen

    • Danke, Toettchen. Wünsche auch ein schönes, hoffentlich trockneres als bei uns (obwohl die Natur jubelt).
      Liebe Grüße,
      Eva

  5. Schön schwarz, Deine Hände. Sieht aus wie bei meinem Nachwuchs 🙂

    • Hat mich irgendwie auch extrem an glückliche Kindheitsnachmittage erinnert. 😉

  6. Ausschauen tut der Lachs perfekt – kein ausgetretenes Eiweiß, das ihn verunstalten würde. So etwas hab ich nämlich letztens produziert, weil der Sud, in dem der Lachs garziehen sollte, zu heiß war. *grummel*

    • Danke, Susi. Ausgetretenes Eiweiß hate ich lang nicht mehr, ich weiß bloß nicht, warum. 😉

  7. Die Fotos sind toll! Und danke für den Kuhmatratzen-Link – da muss ich jetzt erst mal nachlesen gehen.

    • Danke, Sabine. Ist schon ein paar Jahre her, das mit de Matratzen, aber als Argument… 😉

  8. schön farbenfroh, aber ich bring, ehrlich gesagt, so schwarze Nudeln nicht runter (lila Kartoffeln gehen mittlerweile.. ).
    Und ich bewundere das, mit lautstark knurrendem Magen (1. Absatz) noch so toll kochen zu können!! Ich würd mir einfach ein Butterbrot schmieren 😉
    lg

    • Danke, Friederike. Nicht runter? Sie schmecken wie ganz normale Nudeln, das fischige verliert sich völlig.
      Und das mit dem Hunger? Jahrelanges Training. 😉 Und ich warte gern, wenn’s dafür was Gutes gibt.

  9. *lach* Der Titel ist zu cool (die Nudeln natürlich auch).

  10. Da bin ich noch gar nicht drauf gekommen! Nudelteig einfrieren, wenn er so schnell auftaut…
    Ich stelle Reste manchmal in den Kühlschrank und vergesse ihn dann..
    Liebe Grüße
    Cheriechen

    • Im warmen Wasserbad geht das erstaunlich schnell. Von der Tortenbäckerei habe ich oft Eigelb übrig. Das wandert dann in einen Pastateig, aber da wir nicht jeden Tag Pasta essen wollen, habe ich ihn irgendwann einfach eingefroren. Er leidet natürlich weniger, wenn man ihn langsam im Kühlschrank auftauen läßt… 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  11. Alleine der Farben wegen ist das schon ein absoluter Knaller. Ans Nudelfärben habe ich mich noch nicht getraut. Ich habe so das ungute Gefühl, dass bei mir anschließend dann alles schwarz ist – außer den Nudeln… 😉

    • Danke, Tring. Ich bin ziemlich sicher, dass auch du einen Nudelteig einschwärzen kannst. 🙂 Das ist keine Hexerei.

  12. Nudeln mache ich ja öfter selber. Nur die schwarze Variante kam mir bisher nicht ins Haus. Ich fürchte allerdings, dass sich dies in Zukunft auch nicht ändern wird. Wenn ich schon von fischigem Geruch lese, ist’s schon vorbei 🙁 . Bin leider kein Fischesser und gebe zu, dass mein Kopf, auch wenn die Nudeln nicht danach schmecken, irgendwie nicht mitmachen würde. Trotzdem sehen deine Fotos ganz phantastisch aus!
    Schönes Wochenende Maren

    • Danke, Maren. Der Geruch verliert sich beim Kochen völlig und die Nudeln schmecken absolut nicht nach Fisch. Naja. Kopfsache. Aber man kann Nudeln ja mit allen möglichen Sachen färben… 🙂

  13. Mir geht es wie nini – das will ich auch schon längst mal selber machen, nur deine schwarzen Hände schrecken mich jetzt schon ein wenig ab 😉

    • Vielleicht hast du eine Maschine, die dir das Kneten abnimmt? 😉

  14. Dieser schwarze Nudelteig macht optisch einfach echt was her. Sieht toll aus!
    Schön mit dem Romanesco, ein Gemüse, das in meiner Küche irgendwie viel zu wenig zum Einsatz kommt….
    Lieben Gruß!

    • Danke, Verena, Romanesco habe ich ehrlich gesagt zum ersten Mal zubereitet. 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  15. Wie schön, da ist ja endlich die schwarze Pasta, die du schon lange versprochen hattest 🙂 Und die Kombination sieht köstlich aus!

    • Danke, Melanie. Hatte ich das? Siehste, ist so lange her, dass ich mich schon gar nicht mehr erinnere. 😉

  16. Sieht fabelhaft aus! Zwar wegen des Fischs nichts für mich, aber mit einem Schälchen Thai-Curry wäre ich auch zufrieden 😀

    • Danke, Sandra. Einmal mit Curry für dich! 🙂

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