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Fenchel nach Radha Ranis Art

fenchel rada rahni 4

Unvorsichtigerweise hatte ich auf dem Markt ein halbes Kilogramm zarten, frischen Fenchel in meine Tasche wandern lassen. Zu Hause wanderte er direkt weiter ins Gemüsefach. Ich mag Fenchel, ich mag ihn wirklich sehr, aber ich finde es unglaublich schwierig, etwas mit ihm anzustellen. Jeden Abend grübelte ich und jeden Abend stand  dann doch wieder etwas völlig anderes auf dem Tisch. Nach einer Woche befreite Herr H. den Fenchel, blätterte kurz und legte mir ein Rezept vor die Nase. Das würden wir jetzt pronto kochen. Ich las, “Fenchel nach Radha Ranis Art”, ein klassisches Rezept der ayurvedischen Küche und seufzte, da mir im Sommer der Sinn oder Appetit eher nach italienischer Küche steht und suchte die Zutaten zusammen.

Für den Fenchel nach Radha Ranis Art:

  • 500 g Fenchel
  • je 1/2 rote und grüne Chili (ich: 1/2 orange)
  • Saft 1/2 Orange
  • 1 TL Ghee (ich: Butterschmalz)
  • 1/8 TL braune Senfkörner
  • je 1/4 TL Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom, Zimt, geröstet und gemahlen
  • 1/2 Sternanis
  • 1/4 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1 Msp. Asafoetida
  • 1/2 Mango (ca. 250 g), grob gewürfelt
  • 1/2 TL brauner Rohrzucker
  • Salz, schwarzer Pfeffer

zutaten serie

Während Herr H. den Fenchel putzte und viertelte, röstete ich die Gewürze und mahlte sie. Ich schnupperte an der Mischung und der Geruch stimmte mich versöhnlich, zumal Herr H. den obligatorischen Lachs als Proteinbeilage genehmigt hatte. Ich erhitzte das Butterschmalz in der Pfanne, gab Fenchelviertel, Chilis und alle Gewürze hinein und fügte 150 g Wasser hinzu. Abgedeckt durfte der Fenchel nun 15 Minuten köcheln. Der Reiskocher kochte derweil den Basmatireis. Ich pürierte die Mango mit dem Orangensaft und dem Zucker und gab sie zum Fenchel. Nach weiteren 10 Minuten Köchelns nahm ich den Deckel von der Pfanne, ließ die Flüssigkeit ein wenig einkochen und schmeckte mit Salz und Pfeffer ab.
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Fazit: Schon beim Abschmecken hatten mich die gelungene, dezente Gewürzkombination und die Cremigkeit der Sauce überrascht. Selten habe ich einen so köstlich zubereiteten Fenchel gegessen. Das Rezept wird ins Standartrepertoire aufgenommen. Auch Herr H. lehnte sich zufrieden zurück und merkte an, dass es den Lachs nicht unbedingt gebraucht hätte. Damit und mit dem Verzicht auf Butterschmalz, wäre das Essen sogar vegan gewesen und wir damit voll im Trend.

Aus: happinez Kochen Nr. 1 Heinrich Bauer Zeitschriften Verlag KG

Ein Kommentar

  1. turbohausfrau turbohausfrau

    Es klingt so, als könnte man ayurvedische Küche essen.
    Sag bitte nicht, ihr werdet von so einem Schnittchen Lachs satt.

    • Das kann man durchaus. 🙂
      Und, ja, uns reicht tatsächlich dieses Stück Lachs – den gibt es dafür aber häufiger. Und als ich gestern die 150 g Orecchiete für’s Abendessen abwog (für uns beide zusammen), musste ich an dich denken. 😉

  2. Haha, @Susi – zwei Dumme, ein Gedanke 😉
    Also Fenchel gibt es bei uns oft, wobei den der Italiener überwiegend nur mit Pfeffer, Salz, Olivenöl & Zitrone roh isst. Wir hatten ihn auch schon als Salat mit Orangen und Walnüssen oder auch im toskanischen Bohneneintopf.
    Deine Variante notiere ich gleich mal! Fenchel haben wir fast immer im Haus 🙂

    • Sehr witzig. 😉
      In Eintöpfen hatte ich den Fenchel auch schon, aber ich finde, dass dann geschmacklich nicht viel von ihm übrig bleibt. Und roh mag ich ihn gar nicht, aber für eine Salatvariante kann ich ihn ja vorher blanchieren. 🙂

  3. Ha, mir geht es genauso. Ich liebe Fenchel, aber wenn ich ihn dann da habe, weiß ich meist nicht, was ich damit anstellen könnte. Nun hast Du mir weitergeholfen 🙂
    ….und wenn ich so viel Fenchel und Basmati habe, brauche ich auch nicht mehr viel Lachs 😉

    • Er ist zum Glück aufgebraucht und nachher beim Einkaufen werde ich mich tunlichst zurück halten. 😉
      Danke für dein Verständnis! 🙂

  4. Fenchel stehe ich einigermaßen skeptisch gegenüber, aber diese Zubereitung liest sich so als ob sie mir schmecken könnte- vielleicht probier ichs mal aus.

    • Ist auf jeden Fall empfehlenswert. 🙂

  5. Ausser Asafoetida wäre zum Fenchel alles im Hause. An irgendeiner Kleinigkeit scheitern bei mir fernöstliche Rezepte immer.

    • Das/den Asafoetida kann man sicher einfach weglassen. Er riecht sehr streng (heißt ja deshalb auch “Teufelsdreck”), schmeckt aber nur schwach knoblauchartig. 🙂

  6. Fenchelrezepte kann man nie genug haben! Ich tue mich auch immer ein bisschen schwer damit… leider kommt der ja auch in den meisten Kochbüchern zu kurz oder findet gar nicht erst statt. Ich habe ihn tatsächlich in der letzten Zeit beim Einkaufen oft links liegen lassen, weil ich nicht genau wusste, was ich damit anfangen soll. Insofern kommt dein Rezept gerade recht! Gerade in Kombination mit Orange und Mango ist das bestimmt super. Nur das/den (?) Asafoetida habe ich nicht da und auch noch nie verwendet. Kann man das evtl. durch irgendwas anderes ersetzen?
    Liebe Grüße, Tring

    • Und Chicoree-Rezepte auch nicht. 😉
      Den/das Asafoetida kannst du sicher einfach weglassen (war ja auch nur eine Messerspitze) oder einfach stattdessen einen Hauch Knoblauch nehmen.
      Liebe Grüße,
      Eva

  7. Du solltest ein eigenes Kochbuch schreiben 😉

    • Dafür müsste ich erstmal eigene Rezepte entwickeln können. 😉

  8. Ah, da warst Du schneller!
    Ich bin mit meinem letzten Fenchel nämlich auch um diese Rezeptur herumgeschlichen, habe letztendlich aber doch was anderes gemacht (was eigentlich?). Klingt aber schwer danach, als sollte ich nochmal wieder Fenchel auf den Einkaufszettel setzen…

    • Ich hatte das Rezept auch schon ein Weilchen auf dem Schirm, aber so 100%ig überzeugt hatte es mich nicht – bis ich es probiert habe. War echt richtig gut!

  9. Ich nehme den Fenchel, gegen jeden Trend, gerne mit Lachs. 🙂

    • Sehr gern. 🙂 Diese kleine Spitze konnte ich mir einfach nicht verkneifen, zumal die Regalflächen in der Bücherhalle immer mehr und mehr vegane Kochbücher beherbergen – und die guten Pâtissèrie-Bücher bleiben auf der Strecke…

  10. Oh, das stelle ich mir lecker vor mit der Mango und den Gewürzen zum Fenchel. Tolle Idee! Und ich könnte ja eigentlich auch immer fencheln :-).

    • Danke, Claudia. Dann hast du sicher viele gute Fenchel-Rezepte? Ich werde nachsehen. 🙂

      • Auf dem Blog ist glaube ich bislang nur eins gelandet, aber ich bereite ihn eigentlich immer ähnlich schlicht zu – einfach im Ofen backen, mit Pfeffer, Meersalz und ein paar Kräutern würzen und das war’s schon, also kein großer kreativer Wurf ;-). Der Eigengeschmack ist ja eigentlich auch bereits sehr intensiv, aber Deine Variante werde ich auf jeden Fall probieren, die klingt köstlich.

  11. Das Rezept notiere ich mir sofort! Ich habe zwar ein paar Fenchelrezepte, die ich ganz gern mag, aber ein paar mehr können auf keinen Fall schaden und dieses klingt ausgesprochen köstlich! Liebe Grüße Melanie

    • Danke, Melanie. Deinen Chicoree habe ich auch sogleich gespeichert! 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

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