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(K)ein leeres Versprechen?

tortelli di Zucca 2

Als ich Ende letzten Jahres Claudios Tortelli di zucca sah, war es sofort klar, dass ich nicht weiterleben konnte, wenn ich sie nicht wenigstens auch einmal probieren durfte. Pries er sie doch mit den Worten an, “Das ist so gut, da wird einem schwindelig”. Wer könnte da schon widerstehen? Zwischen mir und den Tortelli standen leider noch die Mostarda Mantovana. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Herr H. schaffte es auf magische Weise noch, die letzten Quitten des Jahres zu erbeuten und nach gefühlten Monaten, Geduld zahlte sie auch hier wieder einmal aus, konnten wir das Glücksversprechen endlich auf Herz und Nieren prüfen.

Für die Tortelli di zucca (reichlich für zwei):

Für die Pasta:

  • 100 g Weizenmehl 405er
  • 50 g Hartweizenmehl
  • 1 Ei + 1 Eigelb
  • 1 Pr. Salz
  • evtl. 1 – 2 EL Wasser

Für die Füllung:

  • 300 g Kürbis, Marina di Chioggia, Tonda Padana oder Butternut (ich: 360 g Butternut, geschält, gewürfelt, nach dem Garen im Backofen noch 240 g)
  • 40 g Parmesan, gerieben (ich: 20 g)
  • 40 g harte Amaretti, fein zerbröselt (ich: 33 g)
  • 1 Ei (ich: weg gelassen)
  • 1 Pr. Muskat
  • 1 TL Zitronenabrieb, fein gehackt
  • 50 g Mostarda Mantovana, fein gehackt (ich: 33 g)

Füllung Serie

Als erstes vermengte ich alle Zutaten für die Pasta mit einem Löffel, knetete den Teig von Hand ca. 10 Minuten, bis er glatt und elastisch war und ließ ihn abgedeckt ca. 2 Stunden ruhen. Um das Aroma des Kürbis noch ein wenig zu intensivieren, garte ich ihn bei 190°C ca. 25 Minuten im Backofen. Dann pürierte ich ihn, vermischte ihn mit den übrigen Zutaten und ließ die Füllung erkalten. Da beim Garen im Backofen ein nicht unerheblicher Gewichtsverlust entstand, reduzierte ich die übrigen Zutaten entsprechend. Wir entschieden uns ebenfalls für die Tortelli-Form. Das ist ein wenig fummeliger, aber wenn man die ersten 10 Tortelli geformt hat, geht es immer leichter von der Hand.

füllen serie

Ich ließ den Teig portionsweise bis Stufe 8/9 durch die Nudelmaschine, schnitt die Bahnen in 6 x 6 cm große Quadrate und bepinselte zwei Seiten mit wenig Wasser. Herr H. setzte je 1 TL Füllung mittig auf die Quadrate und ich klappte sie danach zu einem Dreieck zusammen. Nun führte ich beide Ecken des Dreiecks zusammen und drückte sie fest. Die fertigen Tortelli durften wie üblich auf einem begrießten Tuch ruhen, bis alle Teigquadrate gefüllt waren. Anschließend garte ich sie portionsweise in leicht siedendem Salzwasser ca. 4 Minuten lang und schwenkte sie in Salbeibutter. Von der Füllung war leider nichts übrig geblieben.

Tortelli di Zucca 5

Fazit: Auch wenn die Tortelli optisch eher monochrom daher kommen, sollte man sich nicht täuschen lassen. Das Aroma der Füllung, leicht süß, dennoch herzhaft, leicht senfig und irgendwie ungewohnt gewürzt. Aber wirklich so gut, das war in der Tat kein leeres Versprechen. Nachdem wir alle Tortelli verputzt hatten, es gab noch einen kleinen Streit um die letzten drei, den Herr H. gewann, da er einfach schneller essen kann, lehnten wir uns absolut glücklich und zufrieden zurück. Was kann man mehr wollen?

34 Kommentare

  1. Oh ja, Claudio kann man nur schwer widerstehen. Besonders, weil ja klar ist, dass er keine leeren Versprechen macht.

    • Eva Eva

      Ich habe seine Rezepte noch gar nicht soo oft nachgekocht, als dass ich das beurteilen könnte. 😉

    • Eva Eva

      Von irgendwoher bekommt man immer Quitten. 😉

  2. Herrlich…ich hab Hunger!
    Danke für dein *Versprechen*…sind ja nur noch 7 oder 8 Monate bis es wieder Quitten gibt!
    Liebe hungrige Grüße
    Gabi (die gerade fastet…)

    • Eva Eva

      Also neulich habe ich beim türkischen Gemüsehändler noch welche gesehen…
      Und du fastest und liest foodblogs? Seltsame Kombination. 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

      • Ja klar…es gibt ja auch eine Zeit *DANACH* 🙂
        Liebe Grüße
        Gabi

        P.S. ….der *Hunger* wird auch von tag zu Tag kleiner…

        • Eva Eva

          Schon klar. Ich dachte nur, dass man sich währnd des Fastens nicht ständig mit Essen bschäftigt.
          Und das mit dem Hunger weiß ich, habe jahrelang auch 1 x im Jahr gefastet. Beim letzten Mal gab mir mein Körper allerdings recht deutlich zu verstehen, dass er das nun nicht mehr wolle und ich vermisse es irgendwie auch gar nicht…

          • …ehrlich…ich beschäftige mich ja auch nicht ständig mit Essen 😉 …ich schau halt gern…mal hier mal dort…und dein rezept hat mich als leidenschaftliche Köchin sofort angesprochen… GLG

          • Eva Eva

            Ich schon. 😉 Also fast ständg.
            Freut mich, dass sie dir gefallen!
            Liebe Grüße,
            Eva

  3. diese Mostarda interessiert mich – auch wenn ich zu faul zum Pasta-selberkochen bin, könnte ich sie ja zu Käse probieren 😉

    • Eva Eva

      Dazu passen sie fantastisch! 🙂

  4. turbohausfrau turbohausfrau

    Tortelli … in grauer Vorzeit hab ich einen Pasta-Kochkurs gemacht, aber ob ich das noch kann? Sonst mach ich einen einzelnen offenen Raviolo. 😉

    • Eva Eva

      Ich glaube, so etwas verlernt man nicht!

  5. Gratuliere, ja die sehen traumhaft aus und ich denke mir sie schmecken himmlisch,
    da lohnt sich der Aufwand bestimmt.

    lg netzchen

    • Eva Eva

      Danke, Daniela. Ja, für gefüllte Pasta jeglicher Art lohnt sich der “Aufwand” erfahrungsgemäß immer.
      Liebe Grüße,
      Eva

  6. Ich fürchte, ich kann auch nicht weiterleben, bis ich dieses und das Mostarda Rezept ausprobiert habe ?. Du hast mich infiziert! Mal sehen, wie lange es bei mir dauert …
    Liebe Grüße Maren

    • Eva Eva

      Wie gesagt, du kannst auch andere Früchte verwenden und du wirst es garantiert nicht bereuen!:-)
      Liebe Grüße,
      Eva

  7. Wie wunderhübsch die Tortelli ausschauen! Ich kann mir vorstellen, dass sie ganz wunderbar geschmeckt haben *seufz*

    • Eva Eva

      Danke, Sandra. Ja, sie waren wahrlich himmlisch. *seufz* Zum Glück hatten wir neulich ein fast genauso gutes Pasta-Gericht – coming soon. 😉

  8. Wow – die sehen ja super aus! Klingt sehr schmackhaft. 🙂

    • Eva Eva

      Danke schön, Nadine!

  9. Evaseidank [oder Claudio]!
    Eine Zubereitung unter den vielen tipi di mostarda, die ohne Senföl auskommt, welches ich hier ganz und gar nicht bekomme. Quitten natürlich auch nicht, aber ich werde mal mit Guaven einen Versuch starten.
    Tortelli di zucca (oder Ravioli) werde ich allerdings weiterhin mit einer Füllung aus Kurkuma und Kokos zubereiten…
    FEL!X

    • Eva Eva

      In erster Linie Claudio. 🙂
      Ich hoffe, du wirst über deine Guaven-Mostarda berichten! Und nach deiner Tortelli di zucca Variante werde ich gleich mal schauen!
      Liebe Grüße,
      Eva

      • Oh, meine Kürbisfüllung habe ich noch gar nicht verbloggt!
        Morgen werde ich vom Markt Guaven mitnehmen, und dann…
        FEL!X

        • Eva Eva

          Hatte mich schon gewundert… 😉

  10. ein wunderbares Rezept! Dankeschön! ich fürchte die Zeit jetzt schon wieder, wo die Kürbisse ihre kleine Sommerpause einlegen…

    • Eva Eva

      Danke schön. Inzwischen gibt es Kürbis ja fast das ganze Jahr über. Ich habe auch im Sommer noch welche gesehen!

  11. Also beim nächsten Mal bemühst du dich aber, Eva … Die letzten drei darfst du dir nicht noch einmal abluchsen lassen 🙂 Liebe Grüße!

    • Eva Eva

      Du hast keine Ahnung, was das für ein “Kampf” ist. -)
      Liebe Grüße,
      Eva

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