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Speicher füllen!

Ravioli mit Rucola und Ziegenkäse3

Was tun, wenn man aus nicht mehr ganz jugendlichem Leichtsinn eine Entscheidung getroffen hat, die sich kaum noch ohne allzu großen Gesichtsverlust rückgängig machen lässt? Ich weiß es wirklich nicht, was mich in diesem Moment geritten haben mag, aber nun steht er direkt vor mir. Der Halbmarathonlauf am Sonntag. Würde man es positiv betrachten können, könnte man denken, hey, es ist nur ein halber Marathon, nur schlappe 20 Kilometer. Das hast du vor vier Jahren schon einmal geschafft. Es klappt bestimmt auch beim zweiten Mal. Aber irgendwie fiel mir das zehnwöchige Training zur Vorbereitung dieses Mal sehr viel schwerer. Nach jedem Tempo-Training hatte ich das Gefühl, von Mal zu Mal langsamer zu werden. Zudem fühle ich mich seit Tagen unterschwellig leicht erkältet und überhaupt. Da hilft in der letzten Woche, der Ruhe vor dem Sturm, neben viel Schlaf und wenig Bewegung nur eins: Pasta, Pasta und nochmals Pasta. Die Speicher müssen gut gefüllt werden, damit die Muskeln sich kraftvoll ihrer Aufgabe stellen können. Und damit es nicht langweilig wird habe ich mir für gestern Abend eine sehr reizvoll klingende, gefüllte Pasta ausgesucht

Für die Füllung:

  • 100 g Rucola, grob zerkleinert (ich hatte wilden)
  • 130 g Ziegenfrischkäse (ich : 150 g)
  • 100 g Ricotta (ich: 80 g)
  • 25 g Parmesan, frisch gerieben
  • ca. 4 EL Mie de Pain (ich: Panko)
  • Cayenne

füllung serie

Die Änderung der Zutaten für die Füllung waren der Vorratslage geschuldet. Zudem schwitzte ich den gesamten Rucola in wenig Olivenöl kurz an, da Herr H. höchst empfindlich auf den Geschmack rohen Rucolas reagiert. Nachdem er abgekühlt war, gab ich ihn mit den restlichen Zutaten in den Zerkleinerer und ließ ihn laufen, bis eine homogene, eher feste Masse entstanden war. Ich schmeckte sie lediglich mit etwas Cayenne ab, salzig genug war sie schon. Bis zum Füllen stellte ich sie kalt.

Für die Rucola-Ziegenkäse-Ravioli (reichlich für 3):

  • 90 g Weizenmehl 405 er
  • 90 g Hartweizenmehl
  • 1 Ei Gr. L + 2 Eigelb
  • 1 g Salz
  • Füllung s. o.

ravioli serie

Den Teig hatte ich schon an Nachmittag ca. 10 Minuten von Hand geknetet und abgedeckt kalt gestellt. Nun teilte ich ihn in drei Teile und gab sie nacheinander bis zur feinsten Stufe (9/9) durch die Nudelmaschine. Da ich das Ravioli-Brett nach einem missglückten Versuch damit formschöne Ravioli zu produzieren entsorgt hatte, musste ich auf das kleinste “Gebiss” (kein Affilate-Link!) zurückgreifen. Ich stach mit der Rückseite Kreise aus, legte sie hinein und gab jeweils einen knappen TL Füllung darauf, bevor ich es zusammen klappte. Auf diese Weise produzierte ich in einer knappen Stunde recht meditativ über 50 Ravioli. Herr H. war an diesem Abend aushäusig, so dass ich die fertigen Ravioli auf einem Tablett vor fror und sie dann gefroren eintütete. Auf den Resten des Pastateigs (mehr als zweimal kann ich meinen recht trockenen Teig nicht ausrollen) bereitete ich mir ein eher karges Mahl, was die Vorfreude auf den nächsten Abend nur noch steigerte.

Für das Gemüse:

  • 1 mittelgroßer Kohlrabi, geschält, klein gewürfelt
  • 1 Handvoll Zuckerschoten (ich: Erbsen, dann leider im Eifer des Gefechts vergessen)
  • 2 EL Butter
  • 50 g Geflügelfond
  • 20 g Noilly Prat
  • (ich: 1 Zweig Rosmarin)
  • Salz, schwarzer Pfeffer

kohlrabi serie

Ich gab einen EL Butter in den Topf, ließ die Kohlrabiwürfel kurz darin anschwitzen, salzte, fügte den Rosmarinzweig hinzu und löschte mit Fond und Noilly Prat ab. Nach ca. 25 Minuten waren sie perfekt gegart. Ich gab die Kochflüssigkeit durch ein Sieb in die Pfanne, ließ sie bei mittlerer Hitze fast vollständig reduzieren und gab einen weiteren Löffel Butter hinzu. Herr H. hatte inzwischen die gefrorenen Ravioli in reichlich Salzwasser 5 Minuten gegart. Nun ließ er sie kurz abtropfen und schwenkte sie einmal in der Pfanne. Siedend heiß fielen mir die Erbsen ein. Dafür war es nun leider viel zu spät. Musste Herr H. sich halt mit einem eher monochromen Foto-Teller begnügen. Zum Glück hatte ich noch einige Blättchen Rucola aufgehoben.

Ravioli mit Rucola und Ziegenkäse2

Fazit: Die Kombination von leicht scharfer Füllung und buttrigem Kohlrabi gefiel uns beiden ausgezeichnet. Das war auch nicht anders zu erwarten gewesen. Ich war über die Abwesenheit der Erbsen etwas traurig, sie hätten sicher eine sehr passende leichte Süße beigesteuert und auch über den “Verlust” des Ravioli-Bretts, da die Füllung damit mit Sicherheit “bauchiger” gelingt. Aber das sind nur Kleinigkeiten. So und nun hoffe ich, dass die Pasta-Kur mich irgendwie über die weite Distanz tragen wird. Ich werde berichten, wenn ich es überlebe.

Ein Kommentar

  1. also, toi-toi-toi oder was eben passend ist für Läuferinnen. Und Chapeau, mir fiele sowas ja nichtmal im Traum ein. Ravioli hingegen, von denen träume ich gerne, wenn sie so fein sind wie deine.

    • Eva Eva

      Hat nichts genützt. 😉

  2. Erstmal wünsche ich dir “gute Beine” für die 21 km, nicht zu warmes Wetter und viel Spass!! beim Halbmarathon. Die Füllung deiner Ravioli ist sehr leicht, der Ziegenkäse hat da sicher einen feinen Geschmack hinein gebracht. Sie sind sehr schön geformt mit deinem “Gebiss”. Habe auch noch sowas zu Hause, aber schon lange nicht mehr benützt. Muss es mal wieder hervorkramen.
    LG Malou

    • Eva Eva

      Danke, Malou. Auf den ersten 10 waren sie gut…
      Und ja, benutze endlich dein Gebiss! 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  3. Du wirst es nicht “nur” überleben, sondern sogar noch ein bisschen stolz auf Dich sein. Das darfst Du auch, genau wie auf diese Ravioli – perfetto! 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Eva Eva

      Danke, Andy. Das mit dem Stolz fällt mir allerdings eher schwer… 😉
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  4. Irene Irene

    Lies mal, was bekannte Sportler essen: Vor allem Eiweiß und gutes Fett/Öl –
    viele von denen leben glutenfrei – und nur direkt am Sporttag essen sie kohlenhydratreich!
    Also, nach meinen Erfahrungen (viele angelesen) bringt es nichts, viele Tage davor die Speicher aufzufüllen.
    Aber, wie immer, jeder muss das für sich selbst entscheiden.
    VIEL ERFOLG für deinen Lauf!

    • Eva Eva

      Danke, Irene!
      Da gehen die Meinungen wohl auseinander, so wie bei fast allem. Es scheint am besten zu sein, auf den eigenen Bauch zu hören. 🙂

  5. Go, go, go! 21 Kilometer sind eine Distanz, die man, finde ich, auch mit nicht ganz optimalen Trainingsbedingungen angehen kann… ist schließlich kein Marathon ;)! Allerdings bitte nicht erkältet, ja? Mit so einer Grundlage allerdings… sagte ich schon: GO?!

    • Eva Eva

      Danke, Milchmädchen. Ohne Training hätte ich die 21 km allerdings eher nicht geschafft. Liegt vielleicht am Alter. 😉

  6. Tu Dir die Erbsen ja nicht in die Schuhe und überfordere Dich nicht. Das machen nur Prinzessinnen. Die laufen aber nicht, die lassen laufen.

    • Eva Eva

      Gar nicht so einfach. Laufen lassen ist für’s nächste Mal eine gute Idee. 😉

  7. Also mir haben 10km in der Staffel beim Frankfurt-Marathon vor ein paar Jahren schon gereicht – ich bin allerdings auch kein regelmäßiger Jogger. Spaß gemacht hat es es trotzdem. Ich hoffe, du kommst gut durch und kannst es genießen! Und die Pasta nehme ich auch ohne Halb-Marathon 🙂 Liebe Grüße, Tring

    • Eva Eva

      Danke, Tring. Spaß gemacht hat es trotz allem. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  8. Yeah! Alles Gute für den Halbmarathon! Ich bin schon drei Stück gelaufen und jedes Mal davor hab ich gedacht, dass das die blödste Idee ever war und ich das nie, nie, nie wieder machen werde. Tja, immer anders gekommen. Seh es locker und versuch zumindest die erste Hälfte zu genießen, wenn die Beine noch nicht so weh tun 😉
    Liebe Grüße, Miriam

    • Eva Eva

      Danke, Miri. Wow, schon drei. Gratuliere!
      Die ersten 10 km waren tatsächlich schön…
      Liebe Grüße,
      Eva

  9. Toi, toi, toi! Und unbedingt Blasenpflaster einpacken! 😉

    • Eva Eva

      Danke, es ging zum Glück auch ohne. 🙂

  10. Basler Dybli Basler Dybli

    Für mich bitte 1 x ohne jeglichen Marathon – am Besten gleich serviert in der Fanmeile 😉

    • Eva Eva

      Das lässt sich beim nächsten Mal sicher einrichten. 😉

  11. Ich drücke Daumen. Ganz fest? Zu mehr bin ich grad nicht im Stande.

    • Eva Eva

      Danke, Susanne. Huch? Ist was passiert?

      • Geht wieder. Mich hatte ein kurzer Magen-Darm-Infekt in die Schranken gewiesen.

        • Eva Eva

          Ah, Ok. Hoffe, es ist inzwischen alles wieder gut!

  12. mit Hunger auf deinem Beitrag gelandet, Folge: noch mehr Hunger. Tolles Rezept, danke!

    • Eva Eva

      Danke, Annette. Freut mich. 🙂

  13. Ich drücke dir die Daumen, Eva! Mir könnte das nie passieren, Halbmarathon zu laufen, bin leider ein Sportlegastheniker. Aber beim Pasta essen mach ich mit ? ?!
    Liebe Grüße Maren

    • Eva Eva

      Danke, Maren. Jederzeit gern, weißt ja!
      Liebe Grüße,
      Eva

  14. Jessas – ich drück dir die Daumen, dass du deinen ravioligestählten Körper 20km durch die Gegend bewegst. Nachher fühlst du dich ganz toll und kannst Kuchen essen.

    • Eva Eva

      Danke, Ilse. Das mit dem “toll-fühlen” hat allerdings eher nicht geklappt. 😉

  15. Toi toi toi ! Auch ein Weg von 20 Km beginnt mit dem 1. Schritt! Lg und gutes Wetter.

    • Eva Eva

      Danke, Inga. Wenn bloß nicht 19.999 weitere folgen würden. 😉

  16. Ich drück dir ganz fest die Daumen – möge dir der Halbmarathon so locker von den Füßen gehen wie die Ravioli von den Händen 🙂

    • Eva Eva

      Danke, Petra. Hat leider nicht ganz geklappt, Ravioli sind deutlich einfacher. 😉

  17. Also die Pasta sieht wirklich reizvoll aus …
    Und zum Halbmarathon kann ich nur sagen: Viel Glück 😉
    Vor einigen Jahren schon hab ich mich von einem Mann aufstacheln lassen, völlig OHNE Training den örtlichen Halbmarathon zu laufen. Ich hab es geschafft – aber es die Woche danach bitter bereut. Nie wieder, sag ich dir 😉
    Liebe Grüße!

    • Eva Eva

      Danke, Maria.
      Ohne Training? Puh, das kann ich mir gar nicht vorstellen, war schon schlimm genug mit. Aber ich werde sicher noch einen laufen. 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  18. Da bekommt man glatt wieder Hunger, muss ich bald mal nachkochen 🙂

    • Eva Eva

      Danke, Meike. Viel Vergnügen dabei! 🙂

  19. Sieht super lecker aus 🙂 Du bist wirklich ne Kochpoetin 😀 Ich lass mal leibe Grüße da. Die Erdbeerqueen.

    • Eva Eva

      Danke schön, Erdbeerqueen.

  20. turbohausfrau turbohausfrau

    Tolle Teigtäschchen hast du da kreiert! Meine Hochachtung. Und noch mehr Hochachtung vor dem Halbmarathon. Wie ist es dir gegangen? Das wirst du hoffentlich nicht verschweigen!

    • Eva Eva

      Danke, Susi. Nein, ich verschweige nichts. 😉

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