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Wegzehrung auf bayrisch

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Letztes Jahr radelten Herr H und ich an Main, Tauber, Altmühl, Donau und Inn entlang Richtung Rosenheim. Ein für uns Nordlichter völlig unbekanntes Terrain, das auch kulinarisch viele Überraschungen bot. Dort entdeckte ich meine große Liebe für Laugengebäck, insbesondere Brezen. Wieder zu Hause probierte ich sofort, sie selbst zu backen, aber sie schmeckten nicht annähernd so gut, wie die in Bayern gekauften. Woran lag es bloß? Die Antwort fand ich bei Lutz. Die Art der Lauge ist für den Geschmack der Brezen wichtig. Mit normalem Haushaltsnatron erzielt man den typischen Brezengeschmack nicht. Also bestellte ich die “echte” Brezenlauge hier und legte los.

Für die Brezen (6 Stück):

  • 340 g Weizenmehl 550er
  • 3 g Hefe
  • 7 g Salz
  • 175 g Wasser
  • 15 g Schweineschmalz (ich: Butterschmalz)

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Ich gab am Abend vor dem Backtag alle Zutaten bis auf das Butterschmalz in eine Schüssel, verrührte sie grob mit einem Löffel und knetete den recht festen Teig ca. 5 Minuten von Hand. Dann knetete ich das Butterschmalz unter und ließ den Teig abgedeckt eine Stunde ruhen. Anschließend teilte ich den Teig in 6 Stücke à 90 g und rollte jedes zu einem kurzem Strang. Nach 10 Minuten Ruhe rollte ich jeden Strang auf eine Länge von 50-60 cm aus und schlang die Stränge zu Brezen. Leider waren die Stränge bei diesem Versuch in der Mitte nicht dick genug und an den Enden zu dick, so dass die Brezen etwas plump gerieten, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch. Ich legte die fertig geformten Teiglinge auf ein gebuttertes Backblech und schob es, in eine große Plastiktüte gehüllt, über Nacht in den Kühlschrank.

Am nächsten Morgen nahm ich das Blech aus dem Kühlschrank, entfernte die Tüte und ließ die Teiglinge eine halbe Stunde anhauten, damit die Lauge nicht ins Innere des Teiglings eindringen konnte. Ich heizte den Backofen auf 220°C vor. Dann löste ich 40 g Brezenlauge in 1 l Wasser auf und zog Handschuhe und Radlbrille an. Das sieht zwar albern aus, aber die Lauge ist extrem ätzend und es ist wichtig, im Umgang mit ihr sehr vorsichtig zu sein. Nachdem alle Brezen gelaugt waren, schob ich das Blech mit Schwaden in den Ofen und buk sie ca. 17 Minuten. Auf das grobe Salz habe ich bewusst verzichtet, da wir es sowieso wieder abpulen würden.

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Fazit: Genau so sollen “Brez’n” schmecken! Saftig, knusprig und aromatisch. Die Teigführung über Nacht ermöglicht frisches Backwerk am nächsten Morgen. Sehr praktisch, wenn man zeitig zu einem Ausflug aufbrechen will. Und das genau machen wir jetzt. Für den Rest der Woche ist kochen auf dem Campingkocher, radeln und bildschirmfreie Zeit angesagt. Bis dahin!

*Gebacken nach dem Brez’nrezept von Lutz.

Ein Kommentar

  1. Wirklich wunderschöne Brezln! Ich hab mich immer noch nicht getraut… aber ich werde schonmal die Lauge bestellen, das spornt dann an 😉

    Euch eine schöne Zeit, gute Erholung, gutes Wetter und viel Spaß!

    • Danke, Sandra! Das Wetter war klasse, die Ostostsee überraschend schön und ich bin gespannt, wann du zum ersten Mal laugen wirst. 🙂

  2. Viel Spaß beim Radeln! Deine Brezn sehen klasse aus. Und was ich für einen Spaß hatte, als ich Natronplätzchen in der Apotheke gekauft habe, erzähle ich dir ein andermal 🙂 .

    • Danke! Ich erinnere dich an die Apothekengeschichte. Kann man mit Natronlauge nicht irgendwelche lustigen Bomben bauen? 😉

      • Öhhhhh…..keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich nach all dem Aufstand furchtbar enttäuscht war, als das Zeug gar kein bißchen explodiert ist.
        Das mit den Bomben, war das nicht irgendwas mit Unkrautvernichter?

        • Ich bin nicht sicher, aber irgendwas war auch mit Natron…

  3. Brezenlauge! Dir gehört ja wirklich ein Backorden verliehen.
    Unsere Bäcker könnten teilweise eine Schulung bei dir brauchen, weil gute Brezen bringt in Wien nur selten einer zusammen.

    • Für den backorden reicht’s noch nicht, ich arbeite noch an der Form. 😉
      Brez’n vom Bäcker in Hamburg kann man auch komplett vergessen!

  4. Liebe Eva, ich lebe ja in einer der typischen Brezengegenden. Hier ist kein Stehempfang ohne Butterbrezel denkbar, jeder Bäcker hat diverse Laugengebäcke und vor allem Brezel – aber, nun kommt das große ABER – hier habe ich noch nie so gut aussehende, so schmackhaft aussehende Brezel gefunden, wie Du sie gebacken hast.
    Ich habe ja einige Jahrzehnte in einem kleinen Dorf am Ufer des Bodensees gelebt, der örtliche Bäcker war weit gerühmt für seine Brezel – aber kein Vergleich mit den Deinigen. (Und ohne ein Geheimnis zu verraten, dass ohnehin alle Einheimischen kannten: seine Brezel kamen tiefgefroren zu Tausenden aus Ungarn oder China).
    Ich möchte einmal Deine Brezel probieren.
    Und viel Spaß beim Radeln!

    • Danke Toettchen, soviel Lob, da werde ich glatt rot. 🙂 Echt, die komemn so weit tiefgefroren daher? Das wusste ich gar nicht, aber vieleicht erklärt das, warum sie nach kürzester Zeit bereits oll schmecken.
      Falls du mal in Hamburg sein solltest, würde ich dir zu Ehren gern welche backen!

  5. Danke für deinen Hinweis auf die Gefährlichkeit der Lauge. Ich lese immer wieder Brezelrezepte in denen nicht darauf hingewiesen wird, dass Schutzbrille und Handschuhe ein absolutes Muss beim Belaugen sind.

    • Ich radele ohne Helm und mache andere gefährliche Sachen, aber vor dieser Lauge habe ich einen Heidenrespekt. Das soll also was heißen. Deshalb die Warnung.

  6. Kann ich gut verstehen, dass du dich in unsere Brez´n verliebt hast.
    Deine sind toll geworden!!

    • Danke, Sybille. In Straubing gab’s die besten, die ich bislang gegessen habe, meine inklusive. Ich bin noch nicht ganz mit der Form zufrieden. Aber der Sommer ist ja noch lang. 🙂

  7. Super! selbstgemachte Brezn hab ich noch nie gesehen! Und deine sehen wirklich superappetitlich aus! Wenn wir uns zum an der Alster treffen, setz doch bitte deine Brille auf, dann kann ich dich erkennen. Ich zieh dann auch meinen Kratzepulli an! 😉 Tolle Erholung und macht ordentlich Meter!

    • Danke, Uda. Diese Brille kann ich in der Öffentlichkeit einfach nicht tragen. 😉 Du wirst mich schon so erkennen müssen. Vielleicht am Toastbrot? 😉

  8. Echte Brezen will ich auch schon lange mal machen, habe mich aber bisher noch nicht so richtig motivieren können echte Lauge zu bestellen. Einmal habe ich sie mit Natron ausprobiert, der Teig war zwar super, aber es fehlt dann einfach der Laugengeschmack. Vielleicht versuche ich es doch mal noch richtig…als gebürtiger Allgäuerin fehlen mir hier im tiefen Preußen dann doch die Brezeln ein bisschen…

    • Ja, versuche es unbedingt! So teuer ist die Lauge ja nicht un man kann sie durchaus mehrmals verwenden. Meine Versuche mit Natron waren auch eher dürftig…
      Allgäu? Echt, ich wusste gar nicht, dass Brez’n da auch so populär sind…

      • na klar, da merkt man dann doch, dass es (zum Großteil) in Bayern liegt 😉 Was aber nicht heißt, dass man immer so einfach die perfekte Brezel bekommen würde…

        • Jetzt kannst du sie dir ja backen. 😉

  9. Toll sehen Deine Brezeln aus! Aufgebrezelt sozusagen;-). Dass die gute Wegzehrung für eine Radtour sind, kann ich mir sehr gut vorstellen, und so wünsche ich Dir und Herrn H. wunderbare Radferien mit wunderbarem Gebäck (und vergnüglichen Sessions am Camping-Kocher).

    • Danke, Claudia. So richtig aufgebrezelt noch nicht… das kommt beim nächsten Mal! Das Radeln war richtig erholsam. Ich habe den Blog gar nicht vermisst. Ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? 😉
      Die Sessions am Campingkocher waren leider etwas couscouslastig…

  10. Wow, was für schöne Brezen! So eine hätte ich jetzt gerne.

    Rattenscharfes Bild übrigens von Dir mit der Brille 😉

    Schöne Veloferien, geniesst es!

    • Danke, Henne! Die letzten wurden heute gefrühstückt – sorry. Aber ich kann ja neue backen. 😉
      Ich habe lange überlegt, ob ich das Bild reinstelle… ,-)
      Wir haben genossen!

  11. Deine Brezn sehen toll aus! So lecker saftig. Bei uns gibts ab und an Weißwurscht-Frühstück und da dürfen Brezn nicht fehlen. Leider gibts dann auch nur Aufgebackene aus dem Froster 🙁 Viel Spaß beim Radln!

    • Danke, Emma. Die Gefrosteten mag ich gar nicht, deshalb der Aufwand… das wäre dann doch sicher auch was für dich, oder?

      • Definitiv…ist schon auf meiner “Nachback-Liste” :). Für heute gibt es allerdings noch die Aufgebackenen. Danke nochmal für den Tipp mit der Mühle! Kaum bestellt, war das Mehl schon da 😀

        • Gern geschehen, habe es weiterempfohlen, weil es bei mir genauso schnell ging! 🙂

  12. Ich bin ja eher der schwäbische Laugenbrezel-Typ: dunkel gebacken, mit dickem Bauch, schönem Ausbund und dünnen, sehr knusprigen Ärmchen 🙂 Und natürlich mit etwas Salz drauf.

    • Wie gesagt, Petra, an der Form muss ich noch ein wenig arbeiten, ich mag sie auch so, wie du sie beschreibst. Aber das mit dem Salz geht für mich gar nicht. Das habe ich bei den Gekauften immer abgepult. 🙂 Ich mag auch keine Chips mehr…

  13. Deine Brezeln sehen toll aus, Du aber auch mit Brille und Handschuhen 😉

    • Danke! Ich schweige mal vornehm zu diesem unsäglichen Bild. 😉

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