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Blog-Event XC – Outtakes: Millefeuille mit Rum

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Mel bittet im Kochtopf um Blogbeiträge, die keine geworden sind. Die Outakes. Das, was aus Filmen herausgeschnitten wird. Unfreiwilliges Gelächter. Schweigen aus plötzlichem Textverlust. Freud’sche Versprecher. Stolpern. Beim Kochen und Backen passieren genauso viele Pannen. Mal sind die Gerichte zu unspektakulär, mal nicht fotogen oder schlicht in die Hose gegangen. Mein Beitag gehört in die dritte Kategorie: netter Versuch, aber leider optisch völlig inakzeptabel. Dabei hat sie köstlich geschmeckt, die Blätterteigschnitte. Aber das mit dem Schichten und Garnieren ging mir an dem Tag nicht von der Hand. Wie schön, dass ich sie jetzt doch noch “los” werde. Vielleicht gelingt es ja jemandem besser.
Den Blätterteigrest hatte ich noch tief gefroren. Es waren 200 g.

Für die Konditorcrème:

  • 250 g Vollmilch
  • 3 Eigelb Gr. M
  • 60 g Zucker
  • 25 g Maisstärke
  • 25 g Butter
  • 1 TL Vanilleessenz
  • 15 g brauner Rum

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Zuerst verrührte ich die Eigelbe mit Zucker und Maisstärke. Dabei achtete ich darauf, die Mischung nicht schaumig zu rühren. Dann kochte ich die Milch mit der Vanilleessenz auf, zog den Topf vom Herd und goß unter Rühren ein Drittel der Milch in die Eigelbmischung. Anschließend gab ich die restliche Milch dazu und verschlug alles kräftig miteinander. Ich goß die Flüssigkeit durch ein Sieb zurück in den Topf und kochte sie unter kräftigem Rühren auf. Als die Crème einzudicken begann, zog ich den Topf von der Platte, arbeitete die Butter und den Rum ein und ließ die Crème mit Frischhaltefolie bedeckt abkühlen.

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Ich heizte den Backofen auf 180°C vor. Dann rollte ich den Blätterteig zu einem 8 mm dickem Rechteck aus und schnitt es in drei Streifen. Ich bedeckte die Streifen mit einem Bogen Backpapier und legte ein Gitter darauf, damit der Teig sich nicht zu hoch aufblätterte, was er letztlich leider doch tat, da das Backblech recht tief ist und der Abstand zwischen Blech und Gitter zu groß war. Ich buk die Teigplatten 25 Minuten und ließ sie danach abkühlen. Dann halbierte ich sie kurzerhand waagerecht, sonst wäre die Schnitte 15 cm hoch geworden.

Für die Glasur:

  • 150 g weißer Konditorfondant (kann man kaufen, ich habe ihn selbst gemacht, aber die Masse wurde leider krisselig. Es ist schwieriger, Fondant herzustellen, als ich dachte)
  • 25 g Wasser (ich: weggelassen, weil mein Fondant recht weich war)
  • 25 g dunkle Schokolade

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Ich gab die Konditorcrème in den Spritzbeutel mit 12er Lochtülle und versuchte gleichmäßige Streifen auf den ersten Teigling zu geben. Das klappte nicht wirklich. Ich legte den zweiten Teigling auf, gab wieder Crème darauf und legte den Deckel auf. Leider waren alle Teiglinge unterschiedlich groß, was nicht gerade zur Verbesserung des optischen Eindrucks beitrug. Ich erwärmte den Fondant in Wasserbad auf ca. 30°C und trug ihn auf den Deckel auf. Dabei machte er sich selbstständig und floss am Rand des Deckels hinunter. Zuletzt erwärmte ich die Schokolade im Wasserbad und füllte sie in eine kleine, aus Backpapier gedrehte Spritztüte. Theoretisch sollte ich damit quer regelmäßige, feine Streifen über die noch feuchte Glasur ziehen und mit einem Messer längs Linien dadurch ziehen. Die Schokolade war sehr flüssig, tropfte überall dorthin, wo ich nicht wollte und das mit den Linien habe ich mir dann einfach geschenkt.

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Fazit: Herr H. tat sein Möglichstes, um der Rum Millefeuille eine optisch attraktive Seite zu entlocken. Aber all seine Versuche scheiterten. Auch aus der Nähe betrachtet sah die Schnitte einfach nur chaotisch aus. Die Bilder in der Mitte zeigen, wie die Schnitte eigentlich aussehen sollte. Ich stellte sie kalt und wir probierten sie am nächsten Tag gemeinsam mit der besten Nachbarin. Herr H. und die beste Nachbarin waren sich einig, die Schnitte schmecke großartig. Mir schmeckte sie auch gut, aber das Scheitern an der ästhetischen Ausarbeitung verleidete mir die Freude am Essen ein wenig. So kann es manchmal gehen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbasteln und bin sehr gespannt, welche Beiträge bei Zorra, resp. Mel sonst noch so auflaufen. Danke für die schöne Eventidee!

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Aus: Die hohe Schule der Patisserie Christophe Felder

Ein Kommentar

  1. Ich finde, dass sie sehr lecker aussieht – die Schnitte! Und wenn ich sie jetzt noch probieren könnte…
    Aber auch gerade direkt einen Beitrag fürs Event online gestellt und ich hätte noch so einige 😉

    • Danke, Sandra. 🙂 Die ist schon lange nicht mehr. 🙂 Dein Eis habe ich gesehen, aber du hast verschwiegen, ob es wenigstens geschmeckt hat…

        • Jetzt ein Eis… 🙂 Ich habe leider nur Torte im Kühlschrank…

  2. Du bist zu streng mit Dir! Mein Bauch schreit “will ich sofort haben” bei dem Foto 🙂 Yummie

    • Hallo Ann-Katrin! Das ist sehr nett von dir, aber ich bin nicht streng. Die Schnitte sah wirklich, tjaa, windschief aus. 🙂

  3. Ich finde das Millefeuille auch sehr appetitlich, ich liebe Millefeuille, auch wenn ich auf das Fondant verzichten würde. Ich habe zu Hause noch ein Rezept von Pierre Herme herumliegen, irgendwann muss ich das mal noch ausprobieren…Und vielleicht hat für das Event auch mein etwas explodiertes Brot noch eine Chance doch noch publiziert zu werden 🙂

    • Danke, Melanie. Ja, poste mal das Rezept von Herme, würde mich sehr interessieren! Was würdest du statt Fondant zum Ausgarnieren nehmen?
      Und auf das explodierte Brot freue ich mich. 🙂

      • Meiner Erfahrung nach ist auf den wirklich guten Millefeuille in den Pariser Patisserien nur ein bisschen Puderzucker (manchmal auch in abgesetzten schrägen Streifen, damit es schicker aussieht, z.B. bei Pierre Herme). Pierre Herme karamelisiert außerdem noch den Blätterteig. Ich versuch mich mal dran, sobald das Wetter wieder schlechter ist 😉

        • Interessant. Dabei ist Felder doch Franzose. Da ist er wohl seinen eigenen Weg gegangen… Das mit dem karamellisierten Blättereig ist definitiv eine Option!
          Da wird es bei dir wohl noch dauern. Jetzt ist zum Glück endlich Sommer. 🙂

    • Das ist lieb, Sabine. Herr H. hat das letzte Bild noch einmal ergänzt mit Ausschnitten, wie es eigentlich aussehen sollte. 🙂

  4. Häääää??? und was soll daran jetzt nicht schön, appetitlich und bloggeignet sein?
    Das Teil sieht einfach toll aus und vor allem zu reinbeißen.

    • Danke, liebe Britta, ich gebe zu, dass mein Anspruch an die Optik recht hoch ist, wenn ich mir schon die “Mühe” mache. Siehe letztes aktualisiertes Foto. 🙂

  5. Wovon redest Du grade? Was Du als chaotisch bezeichnest, ist bei mir Alltag. Wie Sabine bin ich auch dafür, dass Du disqualifiziert wirst 😉

    • Das ist nicht fair. 😉 Ich habe mich soo angestrengt, aber man darf ja zwei Beiträge einreichen. Ich schaue nochmal…

  6. Tja, so verschieden sind die Ansprüche an einen selbst, Ich hab auch noch so ein paar Fotos in meiner Sammlung, die ich eigentlich niemandem zumuten möchte … 😉 Aber eigentlich geht mir Geschmack über die Optik!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Andy, mir geht der Geschmack generell auch über die Optik, aber wenn’s was “Besonderes” sein soll, will ich auch eine schöne Optik.
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  7. Antje Radcke Antje Radcke

    Optische Katastrophen sehen anders aus. Jetzt traue ich mich gar nicht mehr, an dem Blogevent teilzunehmen – bei dem Maßstab, den du gesetzt hast. Diese Art von optischen “Katastrophen” blogge ich ganz frech “in echt” 😉
    Als ich das Titelfoto sah, war ich gespannt auf das richtige Schlamassel-Foto – das, was man machen könnte, wenn man versucht hat, den ersten Bissen mit der Gabel abzuteilen und die ganze Herrlichkeit an den Seiten herausquillt… Jegenfalls ist das meine Erfahrung mit Millefeuilles – selbst vom besten Konditor siehts nicht besser aus. Deshalb backe ich auch keine.
    Nun aber genug gemeckert: Die Crème sieht so lecker aus, dass ich einfach eine Schnitte Blätterteig damit bestreichen und herzhaft reinbeißen würde 😉 🙂

    • Antje, tja, da setzt jeder halt seine eigene Messlatte und für mich war es eben gescheitert – ganz ohne “fishingforcompliments”. Siehe letztes aktualisiertes Bild.
      Das mit dem Essen der Schnitte steht auf einem ganz anderen Blatt. Davon sollte man tunlichst keine Bilder machen. Wie du sagt: Crème quillt, Teig zersplittert… aber schmecken tut’s wirklich gut und deshalb werde ich der Millefeuille auch noch eine Chance geben.
      P.S.: Und so ein Stück würde ich dem Konditor definitiv nicht abkaufen. 😉

  8. Der Teig! Das ist ja wohl ein Kunstwerk.
    Und jetzt geh ich noch einmal auf die Suche nach den Gründen, warum du das nicht posten wolltest. Ich hab das jetzt alles doppelt gelesen und alles angeschaut, aber bisher nichts gefunden.

    • Liebe Susi, schau’ dir doch nochmal das letzte aktualisierte Bild an. Herr H. hat sich extra nach einem langen Arbeitstag nochmal drangesetzt. 🙂 Wie gesagt, geschmacklich war’s tadellos…

  9. Aha. Oho. Daaas ist also misslungen. Soso. (Geht weg und schämt sich, weil bei ihr “misslungen” so ganz anders aussähe …) Danke für den Anti-Hoch-Aufgehen-Tipp bei Blätterteig. Den merke ich mir!

    • Sabine (?), wie gesagt, der Anspruch steigt mit dem “Können”. Schämen ist völlig unangebracht. Das ist doch ganz individuell. Vor Jahren hätte ich mich über jedes meiner inzwischen gelangweilt zur Kenntnis genommenen Risotti gefreut…
      Der Dank gebührt Herrn Felder, wobei ein Abstandsmaß hilfreich gewesen wäre. 😉

  10. Ich weiss nicht….ein Outtake? Das sieht doch wirklich fein aus? Ich täts essen! Hast Du nicht noch was hässliches, misslungenes? 😀 😀

    • Liebe Mel, auf dem Post hockte ich schon eine Weile herum und immer, wenn ich mir die Bilder ansah, dachte ich, nee, das geht echt nicht… so sind die Menschen verschieden. 😉 Aber ich wühle gern noch einmal tiefer, da läßt sich bestimmt noch was finden. 🙂

  11. Ja, was soll man zu diesem schrecklich missratenen Kuchen nur sagen ;-)! Aber ich verstehe schon, was Du meinst: Während wir hier alle entzückt sind von dieser üppigen Schönheit, hattest Du was anderes vor Augen und warst dann vom Ergebnis eben enttäuscht. Ich glaube, in Sachen Outtake musst Du trotzdem nochmal ran ;-). Ich kriege direkt Lust, auch mitzumachen und irgendwas total Unbloggbares beizusteuern.

    • Liebe Claudia, wie schön, dass wenigstens einer mich versteht. 😉 Ich habe meine Ordner nochmal durchforstet und es gibt tatsächlich noch einige andere Dinge, die wirklich sagenhaft scheußlich aussehen.
      Ich bin gespannt, was du beisteuern wirst, bei der Fotoqualität, die du immer hast, sicher eine Herausforderung… 🙂

  12. Ich habe auch zuerst gestutzt…”wo ist die Katastophe? Sieht doch wirklich sehr super appetitlich aus!” Aber nach dem Vergleichsfoto kann ich verstehen was du meinst. Claudia hat es ja auch schön auf den Punkt gebracht. Manchmal sind wir Foodenthusiast auch einfach zu sehr selbst kritisch 😉 Also nächster Versuch 😉

    • Danke, Emma. 🙂 Ich finde nicht, dass wir zu selbstkritisch sind. Ein gewisser Anspruch treibt doch auch das Lernen voran. 😉 Bis zum nächsten Versuch wird’s wohl noch ein Weilchen dauern, es gibt einfach zu viele neue Tortenrezepte, die ausprobiert werden wollen…

  13. elena elena

    nach welchem rezept hast du denn den fondant gemacht?

    • Nach einem aus dem Küchenlexikon (das ich leider nicht mehr da habe). Ich weiß nur noch. dass ich den Zucker mit ca. 1/3 Menge Wasser aufgekocht habe und ihn dann in einer Schüssel mit dem Mixer auf 20°C kalt gerührt habe…

  14. Also, aus meiner Küche würde dies auch als sehr gelungen angesehen- da haben einfach die Erwartungen dem ergebnis nicht entsprochen. Wenn ich solche Fotos wie dieses wie es eigentlich aussehen soll in Büchern sehe fallen die Rezepte meist flach- weil, sowas kriege ich nie nie niemals so hin…. deine Variante könnte ich mir durchaus als Vorbild nehmen.
    Grüßle
    Ninive

    • Liebe Ninive, tja, so sind die Menschen verschieden. 🙂 Ich habe sowas früher auch nicht hinbekommen… aber das Üben macht Spaß, auch wenn manchmal was in die Hose geht und schmecken tut ja das meiste hanz vorzüglich!
      Liebe Grüße,
      Eva

  15. Ich wäre froh, ich würde sowas überhaupt hinbekommen. 😉

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