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“Froh zu sein…”

Bedarf es meist tatsächlich wenig. Oft liegt der größte Reiz eben doch im Einfachen. Meine Entdeckung des Jahres 2018 ist so umwerfend, dass ich sie sogar an diesem hohen Feiertag noch teilen muss. Natürlich stehen die gut gefüllten bunten Teller bereits auf dem Couchtisch, die Torten lagern kühl und die Vorfreude auf die Geschenke lenkt den neugierigen Gourmet von neuen Back-Projekten ab. Aber diese kleinen Schätzchen sind so rasend schnell gemacht und schmecken dabei so unverschämt gut, dass sie sich jederzeit einschieben lassen. Sie sind absolut nicht saisonal, gehen also immer und hätte mir vor wenigen Wochen jemand gesagt, dass ich einmal so wild auf ein so simples Backwerk sein würde, so hätte ich ihm nur hämisch ins Gesicht gelacht. Cupcakes? Diese fürchterlich papp süßen, langweiligen Küchlein, getoppt von klebriger, ebenfalls unerträglich süßer Creme, meist dazu noch lächerlich verziert mir allerlei Zuckertand? Ihr wisst wohl nicht, wen ihr hier vor euch habt? Ein solch nichtiges Backwerk ist einer Kochpoetin vollkommen unwürdig. Nun wurde jedoch der Wunsch an mich heran getragen, anlässlich einer Geburtstagsfeier Red Velvet Cupcakes beizusteuern. Die seien dem Geburtstagskind das Allerliebste. Was sollte ich also tun, zumal ich dem Geburtstagskind sehr zugetan bin. Todesmutig stürzte ich mich in die bunte Rezeptewelt der Cupcakes. Verglich Rezepturen, war verwirrt, so viele unterschiedliche Herangehensweisen zu finden und bastelte mir schließlich nach dem ersten misslungenen Backversuch ein wunderbar funktionierendes Rezept zusammen. Man nehme.

Für die Red Velvet Cupcakes (12 Stück):

  • 140 g Mehl Typ 405
  • 15 g Kakaopulver, schwach entölt oder roh
  • 3 g Natron
  • 2 g Salz
  • 115 g weiche Butter
  • 160 g Zucker
  • 2 Eier Gr. M, verquirlt
  • 1 TL Vanilleextrakt (oder eben weniger Zucker und 1 Pck. Vanillezucker)
  • 2 TL flüssige Lebensmittelfarbe rot oder Rote Bete Pulver
  • 120 g Joghurt min. 3,5%

Herr H. rührte Butter und Zucker einige Minuten mit dem Handrührgerät weiß schaumig, während ich die restlichen Zutaten abwog und den Backofen auf 180°C Ober-/ Unterhitze vorheizte. Anschließend gab er in drei Schritten das Ei hinzu und rührte jeweils so lange, bis alles sich verbunden hatten. Ich löffelte Vanilleextrakt und rote Farbe hinein und siebte die Hälfte des Mehl-/Natron-/Kakaogemisches darüber und gab die Hälfte des Joghurts hinzu. Herr H. verrührte alles ganz kurz, ich gab den Rest der Zutaten hinzu und er rührte sie kurz ein. Dann sah er mich fragend an. Das sei schon alles, sagte ich. Er könne nur noch die Muffinform buttern und mehlieren und dann der Teig einfüllen. Kopfschüttelnd machte er sich ans Werk und brummelte dabei, dass das mit Patisserie ja wohl überhaupt nichts zu tun hätte. Der Teigrest aus der Schüssel mundete ihm dann scheinbar doch. Ich schob die fertig befüllte Form für ca. 20 Minuten in den Backofen. Anschließend ließ ich sie etwa 10 Minuten in der Form auskühlen, bevor ich sie befreite. Mit ihrem Bäuchlein auf der Oberfläche erinnerten sie mich direkt ein wenig an Madeleines. Ich ließ sie vollständig abkühlen und bereitete schon einmal die Creme vor.

Für das Frosting:

  • 150 g weiße Kuvertüre, geschmolzen
  • 50 g Butter, ca. 19°C
  • 250 g Frischkäse, ca. 19°C

Zunächst rührte ich die weiche Butter unter die geschmolzene Kuvertüre, danach den Frischkäse. Und auch hier war damit bereits alles erledigt. Ich ließ das Frosting eine gute Stunde bei Raumtemperatur (ca. 21°C) fest werden, füllte es in den Spritzbeutel mit 12er Sterntülle dressierte es von Außen beginnend kreisförmig auf die Küchlein. Es ist durchaus hilfreich, wenn man wie ich nicht besonders erfahren im Umgang mit dem Spritzbeutel ist, sich im Vorfeld das ein oder andere Video zur Technik anzuschauen. Für mich tat sich da jedenfalls eine ganz faszinierende Welt auf. Die fertigen Cupcakes lassen sich am besten bei kühler Raumtemperatur (ca. 18°C) aufbewahren, da das Frosting im Kühlschrank sehr fest wird.

Fazit: Die Cupcakes schmecken, wie bereits erwähnt, unverschämt gut. Der Teig ist zugleich saftig und flaumig, schmeckt dezent nach Schokolade und das Frosting passt perfekt dazu. Durch die Verwendung von weißer Kuvertüre statt Puderzucker hat es eine sehr angenehme Süße und die Salznote des Frischkäses setzt einen reizvollen Kontrast dazu. Ich hatte beim Geburtstagskaffee eigentlich einen Cupcake mit Herrn H. teilen wollen, da ich sie ja zumindest probieren musste. Bereits nach dem ersten Bissen war mir jedoch klar, dass Herr H. wohl leider nichts mehr abbekommen würde. So gut schmeckten sie mir. Und den anderen Gästen scheinbar auch. Denn es blieben keine Reste.

Damit schließe ich etwas abrupt. Herr H. und ich wünschen allen unseren treuen Leserinnen und Lesern angenehme und friedvolle Festtage. Möge der ein oder andere kulinarische Höhepunkt dabei sein!

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