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Ein (schnittiger) Versuch über die Ratlosigkeit

zitronenschnitte 11

Eigentlich sollten Fotografien in Koch- und Backbücher verboten werden. Die Macht der Bilder ist schon irgendwie beängstigend. Mir geht es immer wieder so, dass ich mich von einem Bild derart gefangen nehmen lasse, dass ich das Gefühl bekomme, ich könnte ohne das Gesehene gekostet zu haben nicht weiterleben. Dann kann ich nicht anders, sondern lasse mich vom oberflächlichen Impuls der Äußerlichkeiten leiten und stürme die Küche. Dabei ist es doch so wichtig, Dinge kritisch zu hinterfragen. Als ich gestern Abend in der Sendung Panorama (Minuten 18 – 25) die Meinungen der sogenannten Pegida-Demonstranten hörte, verfiel ich auf dem Sofa in eine Art Schockstarre. Herr H und ich sahen uns vollkommen ratlos an. Sind wir wirklich ein Teil dieses Volkes und wer ist überhaupt das Volk? Normalerweise schweige ich solche Themen an dieser Stelle aus. Das hier ist schließlich ein Kochblog, auf dem es übrigens vor “ausländischen” Rezepten nur so wimmelt, da ein Großteil sogenannter “deutscher” Rezepte mir einfach nicht zusagt. Aber als ich heute Morgen diesen Artikel las, dachte ich, ja, es stimmt. Wenn nur die reden, die glauben sie seien das “Volk”, kann schnell ein falscher Eindruck entstehen. Und genau das möchte ich nicht, Teil eines solchen Volkes will ich nicht sein. Ich empfinde mich weder als “Deutsche” noch als sonst irgendetwas Kategorisierbares. Ich bin ein Mensch, nicht mehr und nicht weniger. So wie alle anderen auch. Und so gilt eben für uns alle: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Und damit zurück ins Kochstudio zu den Zitrus-Schnitten.

Für den Schokoladenbiskuit “Alhambra” (reicht genau für 2 Böden à 16 cm):

  • 50 g Ei (eins)
  • 13 g Eigelb
  • 20 g Zucker
  • 6,5 g Mehl 405er
  • 6,5 g Stärke
  • 7,5 g Kakaopulver
  • 25 g Butter, geschmolzen, abgekühlt

schokobiskuit serie

Zunächst schlug ich Ei, Eigelb und Zucker im Wasserbad, bis die Masse 37°C warm war, dann nahm ich die Schüssel heraus und schlug weiter, bis sie bandartig vom Schneebesen lief. Das dauerte ca. 3 Minuten. Ich siebte Mehl, Stärke und Kakaopulver darüber und hob alles zu 3/4 unter. Nun nahm ich einen Esslöffel dieser Masse, verrührte sie mit der geschmolzenen Butter und hob sie anschließend behutsam unter die Eimasse. Sie sollte dabei möglichst wenig zusammenfallen. Ich strich die Masse kreisförmig (16 cm Durchmesser) auf das Backpapier und buk sie 13 Minuten bei 190°C. Nach dem Erkalten begradigte ich die Ränder.

Für den Haselnuss-Mandel-Dacquoise (reicht für 2 Böden à 16 cm, es wird aber nur einer benötigt):

  • 28 g Haselnüsse, geröstet, geschält, gemahlen
  • 19 g Mandeln, geschält, geröstet, gemahlen
  • 14,5 g Butter, geschmolzen, abgekühlt
  • 75 g Zucker
  • 9,5 g Stärke
  • 49 g Eiweiß
  • 20 g geschälte, geröstete Mandeln und Haselnüsse, grob gehackt

mandel nuss dacquise serie

Ich habe zwar schon recht viele Dacquoise-Böden hergestellt, aber in keinem kam bislang Butter vor. Ich war sehr gespannt auf das Ergebnis. Die Masse reicht zwar für 2 Böden, aber da sie mit dem Spritzbeutel aufdressiert wird, empfiehlt es sich, die ganze Menge zuzubereiten. Ich vermischte die gemahlenen Nüsse mit 37,5 g Zucker und der Stärke. Herr H. schlug inzwischen das Eiweiß mit dem restlichen Zucker zu fast steifem Schnee. Ich rührte einen EL davon in die geschmolzene Butter. Herr H. hob die Nussmischung unter den Schnee, ich gab die Buttermischung hinzu und hob sie ebenfalls behutsam unter. Die fertige Masse gab ich in den Spritzbeutel (13 er Lochtülle) und dressierte sie in 16 cm Kreisen auf das Backpapier. Herr H. bestreute die Kreise mit den gehackten Nüssen. Bei 170°C (mit geöffnetem Zug) buk ich sie ca. 20 Minuten. Nach dem Abkühlen probierten wir den übrigen Boden. Köstlichst! Außen knusprig, innen zart schmelzend. So gute Dacquoise-Böden habe ich noch nie gebacken.

Für die Zitronenschaumcreme Hermé (Curley verwendet einen Curd mit höherem Eianteil), sie muss 24 Stunden vor der Verarbeitung ruhen und sollte am Vortag hergestellt werden:

  • 35 g Ei
  • 40 g Zucker
  • 1/2 er Zitronenschalenstreifen, mit Zucker abgerieben
  • ca. 30 g Zitronensaft
  • 54 g Butter und 23 g zum Aufschlagen am nächsten Tag

zitronencreme serie

Ich vermischte Ei, Zucker, Zitronenschale und -saft, gab die Mischung in einen Topf und erhitzte sie behutsam unter Rühren auf 83°C. Dann gab ich sie durch das feine Sieb in eine Schüssel. Sobald sie auf 60°C herabgekühlt war, gab Herr H. die Butter hinein und mixte die Creme 10 Minute lang auf schnellster Stufe, damit die Fettmoleküle aufbrachen und eine sahnige Creme entstand. Nach 24 stündiger Kühlung schlug er sie mit der restlichen Butter auf.

Für die Zitronen-Ganache:

  • 50 g Kuvertüre 35%, fein gehackt
  • 50 g Kuvertüre 66%, fein gehackt
  • 30 g Zitronensaft
  • 50 g Sahne
  • 6 g weiche Butter

zitronenganche serie

Während Herr H. die Kuvertüre hackte, kochte ich Sahne und Zitronensaft getrennt voneinander auf. Als erstes gab ich die heiße Sahne über die gehackte Kuvertüre, ließ sie einige Minuten ruhen und rührte sie ein. Dann kam der spannende Moment. Zitronensaft in Kuvertüre rühren? Im Hinterkopf tauchte eine dunkle Erinnerung an einen Misserfolg in diesem Zusammenhang auf. Ich gab den heißen Zitronensaft zur Kuvertüre und rührte und, oh Wunder, alles verband sich zu einer homogenen, glänzenden Ganache. Zuletzt rührte ich noch die Butter ein. Die Ganache sollte sofort verwendet werden.

Für den Zitronensirup:

  • 30 g Zitronenasft
  • 15 g Zucker

Die Erfahrung hat gezeigt, dass man mit dieser kleinen Menge tatsächlich zwei 16 er Böden tränken kann. Ich kochte Saft und Zucker auf, bis der Zucker sich gelöst hatte und ließ den Sirup abkühlen. Dann tränkte ich die beiden Schokoladenbiskuit-Böden damit.

Für die Mousse au Chocolat:

  • 106,6 g dunkle Kuvertüre 66%, fein gehackt
  • 183 g Sahne (133 g werden aufgeschlagen, 50 g werden für die Crème anglaise benötigt)
  • 50 g Milch
  • 20 g Eigelb (eins)
  • 10 g Zucker
  • (ich: 3,4 g Gelatine, 2 Blatt, in kaltem Wasser eingeweicht)

mousse serie

Die Mousse ist die, die sich auch im Jaffa-Cake befindet. Für die Crème Anglaise schlug ich Eigelb und Zucker ca. 2 – 3 Minuten weiß schaumig auf, kochte Milch und Sahne auf und gab die Hälfte der heißen Sahnemilch unter Rühren zur Eigelbmasse. Dann rührte ich sie in die restliche Milchsahne und erhitzte alles unter Rühren auf 83°C. Ich zog den Topf vom Herd, rührte die gut ausgedrückte Gelatine ein und gab die Crème durch ein feines Sieb auf die fein gehackte Kuvertüre. Nach ein, zwei Minuten rührte ich sie glatt. Nachdem sie abgekühlt war, hob ich portionsweise behutsam die locker aufgeschlagene Sahne unter. Die Mousse muss sofort verwendet werden.

füllen serie

Ich legte den Dacquoise-Boden in die 16 er Springform, deren Rand ich mit Tortenrandfolie bestückt hatte. Darauf strich ich die Ganache glatt und stellte die Form für eine halbe Stunde in den Kühlschrank, damit sie anziehen konnte. Ich legte den ersten Schokoladenbiskuit darauf, drückte ihn sanft an und tränkte ihn mit Sirup. Dann verteilte ich die Zitronenschaumcreme darauf und legte den zweiten Schokoladenbiskuit ein. Ich tränkte auch ihn und gab die Mousse ca. 2 cm dick darauf. Der Rest (ca. 75 g) kann nach 2 stündiger Kühlung als Nachspeise genossen werden. Curley friert den Rohling nun für mindestens 4 Stunden ein. Ich stellte ihn über Nacht in den Kühlschrank.

Für die Schokoladen-Ganache-Glasur:

  • 50 g dunkle Kuvertüre 66 %, fein gehackt
  • 52 g Sahne
  • 12 g Zucker
  • 8 g Glukose

ganache serie

Ich kochte Milch, Zucker und Glukose, bis sich alles vollständig gelöst hatte und goß die Milch portionsweise über die gehackte Kuvertüre. Dazwischen rührte ich immer von der Mitte in größer werdenden Kreisen, bis die Kuvertüre geschmolzen war. Die Glasur ist ebenfalls die des Jaffa-Cakes. Ich hatte noch welche übrig und erwärmte sie bis sie 37°C hatte. Dann goß ich sie über die Oberfläche der Torte und stellte sie erneut für eine Stunde kalt. Da aus dieser “Torte” Schnitten gemacht werden, mussten wir uns nicht weiter mit kunstvoller Dekoration beschäftigen. Herrlich. Über die brüchigen Wellen aus weißer Kuvertüre schweige ich einfach mal vornehm.

zitronenschnitte 1

Fazit: Ich habe sowieso irgendwie das Gefühl, dass die Welt besser wäre, wenn alle mehr selber kochen und backen würden. Die Zitrus-Schnitten kletterten auf jeden Fall sofort nach dem ersten Bissen auf meiner persönlichen Torten-Favoriten-Liste ganz weit nach oben. Der knusprig-mürbe, sehr nussige Boden, die zitronige Ganache, die unglaublich feine, cremige Zitronenschaumcreme zwischen den zarten Schokoladenbiskuitböden, und schließlich die luftige Schokoladenmousse ergeben eine Traumschnitte sondergleichen! Die Herstellung ist nicht weiter kompliziert und da sie als Schnitte serviert werden entfällt die lästige Ganzkörperglasur. Eine perfekte Nachspeise im Anschluss an ein eher frugales Weihnachtsmahl. Sie können, da ohne vorheriges Einfrieren zubereitet, fertig tiefgekühlt und am Tag des Verzehrs im Kühlschrank aufgetaut werden. Jeglicher Stress entfällt dadurch. Ach ja, und auch Herr H. war schwer angetan von den zitronigen Schnitten.

Aus: Patisserie William & Suzue Curley

Zitronenschaumcreme aus: PH10 Pierre Hermé

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  1. ireneke156 ireneke156

    Wieder so ein Hingucker-Hammer von dir. Ja, das mit den Bildern… Ich kann dem nur zustimmen, besonders wenn sie so gemacht sind wie die von euch!
    Trotzdem muss ich mit diesen Schnitten warten, bis die Weihnachtsbäckerei aufgegessen ist, also vermutlich Januar. ABER DANN!!!
    Noch ne Frage zum Eingefrieren: bekommt beim Auftauen die Ganache nicht solche Wasserbläschen?

    • Danke, Ireneke. Freut mich, dass sie dir gefallen. Und sie können bestimmt bis Januar warten. 😉
      Zu der Ganache kann ich leider noch nichts sagen, da sie noch eingefroren sind, aber bislang hatte ich keine Probleme damit.

  2. Mir wird schon beim Lesen ganz anders…. diese Schnitten möchte ich haben, unbedingt und ganz gerne! Wobei nach unsrem üppigen Festmahl wirds Zitronen-Eis geben…. vielleicht mit der zitronigen Schoki von hier? Wär doch ein Anfang.

    • Das wäre auf jeden Fall ein Anfang. 🙂 Und wie gesagt, irgendwann wirst du ganz sicher die Zeit finden, sie einmal herzustellen, es lohnt sich nämlich wirklich. 😉

  3. Ich bin sehr angetan – wen wundert’s 😉 -, sowohl von Deinen Worten, wie von Euren Bildern und muss jetzt dringend etwas zu Essen holen!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Danke, Andy. Schön, dass du das auch so siehst. 🙂 Und ich hoffe, dass du was Leckeres gefunden hast!
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  4. Danke für’s Nichtschweigen und für diese Schnitten mit den vielen ausländischen Zutaten. 😉

    • Gern geschehen, Susi. Eben eben und was wären wir ohne Kaffee oder Tee? 😉

  5. Perfekt! Was gäbe ich nicht für diesen Nachtisch…! Und für mehr Äußerungen wie die Deinen.

    • Danke, Milchmädchen. Ich hatte einfach das Gefühl, ich muss das mal loswerden. Und die Schnitten bekommst du locker hin, vielleicht im Weihnachtsurlaub?

  6. deinem vorletzten satz in der einleitung ist nichts mehr hinzuzufügen!
    diese zitronen-schoko-schnitte würde jetzt ausgezeichnet zu der tasse kaffee passen, der hier neben mir am schreibtisch steht. aber das sind ja noch die weihnachtskekse und der stollen, und………… 😉
    übrigens, das buch zur schnitte ist hier vor kurzem auch eingezogen. 😉

    • Danke für die Zustimmung, Juef.
      Ich bin gespannt, wie du das Buch findest, ich bin sehr positiv überrascht, da mir der Vorgänger nicht besonders zusagte. Es wird im Januar wohl auch angeschafft werden. 😉

  7. Die Deklaration der Menschenrechte kann man nicht oft genug wiederholen. So eine schlichte, klare Sache, und so schwierig scheint sie zu sein. Das hier ist ein wunderschöner Beitrag zur Debatte. Danke. (Und: es ist wirklich tröstlich zu sehen, nein, wir sind nicht allein –!)

    • Danke, Lakritze. Das finde ich auch. Einfach ist es wohl deshalb nicht, weil sich Geschichte immer wieder zu wiederholen scheint und in Zeiten wie diesen bietet sich Projektion leider an. Aber, eben. Wenn jeder etwas sagt, dann kommt es hoffentlich nicht mehr so dicke…

  8. Eigentlich habe ich hier nur vor einem Angst… waren die Nachbarn schon wieder schneller?

    • 😀 Nein. Die haben dieses Mal nichts abbekommen. Die Schnitten schlummern noch bis morgen im Eis und werden dann der Schwiegerverwandtschaft kredenzt – also wenn du dich beeilst… 😉

  9. Der Kuchen sieht verführerisch aus. Und zum andren Thema: In erster Linie bin ich Münsterländer, in zweiter Linie Westfale – eine dritte Linie hab ich nicht. Ich habe so viele Jahre mit Ausländern gearbeitet, dass ich oft nur erschrocken bin. Wir sind alle Bürger einer Erde.
    Liebe Grüße
    Gerd

    • Danke, Gerd!
      So in der Art geht es mir auch, obwohl ich schon so viele Jahre in Hamburg wohne, fühle ich mich, als gebürtiger Niedersachse, eher als Kieler oder Schleswig-Holsteiner. Dort habe ich halt am länsten gelebt. 😉 Und eben, eine Erde und auch das es nur diese eine gibt, scheint schwer verstehbar zu sein…
      Liebe Grüße,
      Eva

  10. Hörst du mich genussvoll seufzen, Eva? Was habt ihr da nur wieder für ein Kunstwerk hergestellt! Zitrone und Schokolade finde ich sehr schön, schöner noch als mit der gewohnten Orange.
    Ich hätte gern die Kanten, die beim Zuschneiden der Schnitten entstanden sein müssen, stibitzt 😉 ?
    Danke für diesen, in jeder Hinsicht, fabelhaften Beitrag.
    Liebe Grüße
    Maren

    • Ja, Maren. 😉 Vielen Dank für das liebe Kompliment. Die Zitrus-Schnitte kriegst du sicher auch mit links hin und es lohnt sich definitiv! Die Kanten sind auch noch im TK. Wir haben nur zwei verkostet. Hmmmmmmm, ich freue mich allein deshalb schon sehr auf morgen. 🙂
      Liebe Grüße und ein wunderschönes Adventswochenende,
      Eva

  11. Chapeau. Zu den wunderschönen Schnitten und zu deiner offen geäusserten Meinung.

    • Danke, Cooketeria. Vielmals. Es war nicht ganz einfach, aber es musste oder wollte raus. 😉

  12. Antje Radcke Antje Radcke

    Danke für diesen Beitrag!!! Liebe Grüße, Antje

    • Gern geschehen, Antje! Und großen Glüchwunsch zum Buch!!!
      Liebe Grüße,
      Eva

  13. Du meine Güte! Die sehen ja aus wie im Buch – sensationell 🙂
    Und ansonsten…..zu dem Volk, das da als Maßstab herangezogen wird, gehöre ich nicht. Will ich nicht gehören. Ich finde das grauenvoll, wie die eigene Unzufriedenheit und die eigenen Unzulänglichkeiten einfach auf einem Sündenbock abgeladen werden.

    • Danke, Susanne. Ähm, naja, nicht ganz, aber es stimmt, sie machen optisch was her und schmecken super. Sind übrigens viel leichter herzustellen als der Jaffa-Cake. 😉
      Und du hast es auf den Punkt gebracht! Ich wollte nicht zu weit ausholen, aber es ist genau das. In “unsicheren” Zeiten wie diesen passiert genau das. Echt schlimm.

  14. Diese Nutzung von “wir sind das Volk”-Plakaten und die Positionen in diesem Zusammenhang haben mich auch mehr als erschreckt. Diesem “Volk” fühle ich mich nämlich absolut nicht zugehörig. Leider ziehen Stammtischparolen anscheinend allzu oft doch und das nicht nur bei Leuten mit wenig Bildung. Es ist erschreckend wie wenig manche kruden Positionen hinterfragt werden so lange sie nur irgendein Idiot laut genug vertritt. Ein wenig mehr Menschlichkeit und etwas weniger Verstecken hinter geschürten Ängsten vor dem Unbekannten/Fremden wäre doch ein schöner Wunsch fürs neue Jahr. Manchmal denke ich wirklich es wird Zeit mal wieder demonstrieren zu gehen bzw, sich politisch dann doch ein bisschen mehr zu engagieren. Von alleine wird das ja anscheinend nicht besser und die Richtung in die das läuft gefällt mir absolut nicht.
    Apart from that: Die Schnitten sehen (wie immer) grandios aus und sind sicher genauso lecker. Und wenn du Kochbücher in dem Zusammenhang verbieten möchtest, kannst du deinen Blog dann direkt mit verbieten. Der hat nämlich mitunter (und dass ich hier nicht “immer” schreibe ist nur meiner Back-Faulheit geschuldet) die gleiche Wirkung 😉
    Liebe Grüße, Tring

    • Danke, Tring. Ich gelobe Besserung. 😉
      Davon abgesehen. Ich fürchte, es wird sich zunächst wenig ändern. Die Geschichte hat gezeigt, dass der Karren immer erst gegen die Wand gefahren sein muss, bevor sich etwas ändert (nicht nur bei dem Thema, ich könnte mich jetzt lange und ausschweifend über Gott und die Welt ereifern, aber das bringt nun mal auch nichts). Wir können nur hoffen, dass die Bremse dieses Mal funktioniert.
      Und: einen geruhsamen, angenehmen und köstlichen Adventssonntag. Der letzte in diesem Jahr, verdammt, das ging mal wieder flink… 😉
      Liebe Grüße,
      Eva

  15. brittakama brittakama

    Ich muss sagen, wie deutsch man doch irgendwie ist, fällt einem selbst meistens erst auf, wenn man sehr eng mit einer anderen Kultur konfrontiert wird 😉 ich habe ja einen Partner aus einem anderen Kulturkreis und arbeite in einem inzwischen ausländischen Unternehmen mit einer völlig anderen Kultur, da merkt man doch oft mal, wie sehr man mit den eigenen Prägungen und auch die anderen mit den ihren verwurzelt sind 😉
    Diese merkwürdige “Bewegung” finde ich allerdings auch ohne Worte und hoffe sehr, dass sie nicht wirklich das “Volk” repräsentiert, aber auch ein deutliches Zeichen an die Politik, dass die Integrationspolitik der letzten Jahrzehnte wohl auch nicht so das gelbe vom Ei war…

    • Das stimmt. Auf längeren Reisen ist mir jedes Mal bewusst geworden, wie “deutsch” ich eigentlich bin. Schon irritierend. Von daher existiere ich natürlich auch nicht im luftleeren Raum. Aber gerade die veränderte Perspektive auf “Selbstverständlichkeiten” fand ich immer sehr erfrischend und ich konnte dadurch auch durchaus “fremde Eigenschaften” für mich annehmen. Wie auch immer. Ich wünsche dir, dass die Feiertage für dich genauso werden, wie du sie dir wünscht! 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  16. Danke für deine Worte. Mir wird zur Zeit Angst und Bange, wenn ich die Interviews mit dieser gar nicht so kleinen Bewegung lese oder höre. Es ist unglaublich, was für eine verquaste Dummheit und Engstirnigkeit sich in den Meinungen der Leute dort offenbart. Was bin ich froh für die vielen positiven Erfahrungen, die ich mit Menschen aus anderen Ländern/Kulturkreisen gemacht habe, nicht zuletzt mit unseren diversen Gastkindern 🙂
    Deine Schnitten sehen wie immer fantastisch aus. Vielleicht kann ich meine Torten-Back-Lethargie doch mal überwinden 😉

    • Danke, Petra. Was mich daran so irritiert, ist dass mir solche Äußerungen in meinen Begegnungen mit anderen Menschen noch nicht untergekommen sind und mein Umfeld ist durchaus breit gefächert. Manchmal frage ich mich, inwieweit das alles “mediengemacht” ist, aber selbst wenn es nur das ist, erzeugt es doch etwas. Und Manipulation gefällt mir halt generell nicht. Ich habe auf unseren Reisen auch durch die Bank unglaublich gute Erfahrungen mit verschiedensten “Kulturen” gemacht. Aber vielleicht lag das auch daran, dass wir mit dem Rad unterwegs waren, da ist man ja irgendwie mehr “mittendrin”. Wie auch immer.
      Ich drücke dir für die Überwindung der Lethargie auf jeden Fall die Daumen. Soviel mehr “Arbeit” (als ein Kuchen) ist so eine Schnitte oder Torte auch nicht, da man sie ja in der Regel nicht am Stück anfertigt.
      Ich wünsche dir und deiner Familie entspannte und wunderschöne Weihnachtstage!
      Liebe Grüße,
      Eva

  17. Danke für deine Worte, mir geht es da genauso wie dir, ich bin fassungslos. Zuerst der Front National in Frankreich und jetzt Pegida in Deutschland…Es gibt einfach unfassbare Dummheit auf der Welt…Mein Blog ist ja eigentlich auch politikfreie Zone, aber auch ich habe mir schon überlegt, ob ich mich dazu mal ausnahmsweise äußern müsste…
    Und deine Schnitten sehen mal wieder so großartig aus, dass ich mir nur mal wieder wünschen kann, dich irgendwann mal wieder zu treffen (und natürlich nicht nur deshalb) ;-)…Liebe Grüße Melanie

    • Danke, Melanie. Mach das! Natürlich kann man sich nicht ständig über all den Quatsch, der verzapft wird aufregen, sonst bekäme man neben grauen Haaren wahrscheinlich auch schnell einen Herzinfarkt oder sonstwas, aber manchmal ist es durchaus angebracht.
      Und treffen werden wir uns ganz bestimmt, es liegen schließlich mit der Bahn nur knapp zwei Stunden zwischen Hamburg und Berlin. Das sollte gelegentlich machbar sein, auch mit Torte. 😉
      Ich wünsche dir enspannte und angenehme Weihnachtstage, liebe Grüße,
      Eva

      • Ich habe jetzt vor allem meinen Facebook Blogaccount genutzt, um gegen Pegida Stellung zu beziehen. Liebe Grüße und ein frohes Neues Jahr! Melanie

        • Das ist auch eine gute Idee. Ich bin am überlegen, ob ich mir auch einen zulege. Mal sehen. Euch auch ein frohes neues Jahr,
          liebe Grüße,
          Eva

  18. Deine Fotos sehen total professionell aus liebe Eva! Toll! Ich bin auch immer enttäuscht, wenn das Gekochte oder Gebackene nicht so aussieht wie im Buch, total doof eigentlich! Aber gerade für uns Blogger isst dass Auge ja auch nochmal besonders mit. 😉
    LG Nele

    • Danke, Nele. Ich habe das Kompliment mal an Herr H. weitergereicht. Ich selbst mache nur mittelmäßige Bilder, die den hübschen Backwerken wohl kaum gerecht werden würden. 😉 Und, ja, das Auge isst definitiv mit! Dir auch entspannte und schöne Weihnachstage, liebe Grüße,
      Eva

  19. Basler Dybli Basler Dybli

    Gut gebrüllt Löwin ! Ich schliesse mich deinen Bedenken und Gedanken voll und ganz an. Ich verfolge die aufkommende “Bewegung/Strömung” ebenso mit einem unguten Gefühl.
    Die Schnitten sehen wie gemalt aus, munden bestimmt köstlich, mein Kompliment.
    UND, Happy Birthday zum heutigen Jubiläum !!! 😉

    • Danke schön. Ich musste direkt schmunzeln, als ich deinen Kommentar las. Ich halte mich, wie gesagt normalerweise mit solchen Äußerungen zurück, aber manchmal geht es eben mit mir durch. 😉
      Und vielen Dank für die Glückwünsche! Es stimmt. Es sind nun tatsächlich schon zwei Jahre, ich hätte es glatt vergessen, so sehr ist der Blog schon Teil meines Lebens geworden. 😉
      Liebe Grüße und auch dir schöne Weihnachtstage,
      Eva

  20. Ich kann deinen Beitrag nur komplett unterschreiben. Leider bin ich viel zu oft jemand, der fassungslos zuschaut und nicht die Klappe aufmacht (und sich dann aber ärgert es nicht getan zu haben)… Mir sträuben sich zu Zeit bei sämtlichen Berichten die Nackenhaare und ich überlege immer wieder, ob die Menschen wirklich nichts aus der Vergangenheit dazugelernt haben.
    Danke für deinen Mut!
    Zu deinen Schnitten: genau die standen eigentlich ganz oben auf meiner Nachbackliste – bis ich das Rezept genauer angesehen habe. Da war selbst mir der Aufwand zu hoch. Wenn du aber schreibst, dass sie schneller gehen als der Jaffa-Cake, dann bekommen sie vielleicht doch noch eine Chance.
    Liebe Grüße,
    Barbara

    • Danke, Barbara. Ich bin irgendwie bei diesen speziellen Thema besonders sensibel. Keine Ahnung, warum, es gibt ja so vieles, dass ganz schön schief läuft. Und irgendwann platze mir halt der Kragen – ich gehöre normalerweise auch eher zur stillen Fraktion…
      Und die Schnitten? Fand ich jetzt wirklich nicht so kompliziert. Die Böden kann man direkt hintereinander weg backen, die Zitronencreme ist ebenso schnell gemacht und eingefroren und auch die Mousse ist nicht so umständlich zu machen. Da gibt es ganz andere “Kandidaten”. 😉 Also, ran an den “Speck”. 🙂
      Und natürlich wünsche ich auch dir und deiner Familie entspannte und wunderschöne Weihnachtstage.
      Liebe Grüße,
      Eva

  21. Wichtige und wahre Worte und Gedanken, die Du hier zur gewichtigen und köstlich aussehenden Torte mit uns teilst, für beides vielen Dank. Und der Macht der Food-Bilder erliegen wir wohl alle gern und immer wieder ;-).

    • Danke, Claudia. Für beides. 🙂
      Und ja, der Macht unterliege ich schon gern, aber ich musste ja irgendwie den Bogen schlagen. 😉
      Ich wünsche euch entspannte und hoffentlich geruhsame Weihnachtstage!
      Liebe Grüße,
      Eva

  22. Das sieht sehr exquisit aus! Und schmeckt bestimmt auch so.
    Tja, und zur wirksamen Propaganda sag’ ich lieber nix…. Menschen – eine Fehlkonstruktion. Wie schön die farbigen Schichten zusammenpassen sieht man ja an deiner Torte!

    • Danke, Micha. Exquisit schmeckt es allein durch die herrliche Aromenkombination. Echt empfehlenswert. Und, bist du sicher, dass Menshcen Fehlkonstruktionen sind? Das gälte dann (dank des Gleichheitsgrundsatzes) auch für uns – ich bin nicht sicher, ob ich einverstanden bin. 😉

  23. Irgendwie ist wohl mein Kommentar weg… Ich werfe heute mal alle Unverträglichkeiten (Mandel, Haselnüsse, Ei) über Bord und greife zu!
    Die Kombination aus Schokolade, Zitrone und Nüssen ist wirklich großartig.
    Der Anschnitt sieht so verlockend aus… Ich muss mich vielleicht doch mal an ein solches Werk trauen, vielleicht Anfang Januar zum Geburtstag der Schwiegermutter 🙂

    • Huch. Merkwürdig. Ich habe gerade geschaut, du hast das bei der vorherigen Torte (Jaffa-Cake) geschrieben. 😉
      Und da es sich um Schnitten handelt, bin ich ziemlich sicher, dass du die hinbekommst! Die Schwiegermutter würde sich sicher freuen. Und ich habe ja auch extra die etwas eiärmere Zitronenschaumcreme von Hermé eingesetzt. 🙂

  24. Petra Petra

    Dein politisches Statement entspricht auch ganz und gar meiner Überzeugung. Ich denke nur, dass die vielen leisen Denkenden auch mal laut werden müssen. Danke für deinen Blog. Gruß aus Österreich. Und natürlich frohe Weihnachten, Petra

    • Danke, Petra. Als ich es schrieb, empfand ich es eigentlich gar nicht als so “politisch”, sondern vielmehr als eine allgemein “menschliche” Grundhaltung. Und ja, manchmal muss man als “Leisetreter” auch laut werden.
      Ich wünsche dir auch schöne Weihnachten.
      Liebe Grüße,
      Eva

  25. So, nachdem ich schon länger deinen wunderbaren Blog verfolge und mich über jeden neuen Eintrag freue, muss ich mich auch mal zu Wort melden:
    1. leider ist dein Einführungstext ja aktueller denn je… und ich kann diesem nur zustimmen. Ich hoffe, dass das ein Großteil der hier lebenden Menschen auch kann.
    2. habe ich die besagten Schnitten ausprobiert.
    Ich habe mich bis dato für eine eigentlich schon sehr gute Bäckerin gehalten, musste aber feststellen, dass mir manch kleiner Kniff noch fehlt. So hat zwar alles geklappt, aber ganz so locker und zart sind meine Biskuits und die Zitronenschaumcreme nicht geworden. Interessanterweise wurde mein zweiter Biskuitversuch wesentlich besser, obwohl ich eigentlich nichts anders gemacht habe. Aber das zeigt, dass Übung den Meister macht (der erste Biskuit ist mir übrigens hinter den Herd geflogen, als ich ihn zum Abkühlen auf ein Rost gleiten lassen wollte. Scheinbar war er doch luftiger, als er aussah 😉 ).
    Dann habe ich den “Fehler” gemacht direkt ein Stück zu probieren und was soll ich sagen? Ich war erstmal etwas enttäuscht, hatte ich mir doch viel mehr versprochen! Dazu muss ich sagen, dass ich einen weiteren “Fehler” gemacht habe und nur 70% Schokolade verwendet habe. Dadurch war das ganze schon im Vorfeld viel herber und weniger süß.
    Mein Mann beruhigte mich erstmal und empfahl die vorgegebene Nachtruhe einzuhalten. Und tatsächlich, am nächsten Tag schmeckte der Kuchen gleich viel besser! Nicht nur das, er wurde sogar von Tag zu Tag noch köstlicher und feiner im Geschmack!
    Das beweist, dass gute Dinge wirklich Zeit brauchen.
    Vielen Dank für diesen wirklich inspirierenden Blog!
    Sonnige Grüße,
    Iris

    • Eva Eva

      Vielen Dank für Kompliment und ausführliches Feedback. Ja, die politische Situation hat sich seitdem hierzulande eher noch verschlechtert als verbessert… 🙁
      Und ja, Übung macht auf jeden Fall wenn nicht den Meister, so aber auf jeden Fall “erfahrener”. Als ich vor knapp 3 Jahren zu backen begann hatte ich wirklich absolut sowas von keine Ahnung. Ich muss oft schmunzeln, wenn ich alte Posts noch einmal lese. Inzwischen mache ich zwar immer wieder Fehler und es gibt Dinge, die ich nach wie vor nicht verstehe, aber insgesamt ist es leichter geworden. Ich fand es am schwierigsten herauszufinden, wann man einem Rezept besser folgt und wann man sich besser auf sein eigenes Gefühl verlässt. Das nächste “Törtchen” ist auf jeden Fall in Arbeit und wirkt viel versprechend. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

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