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Gurke auf indisch

gurkensuppe 4

Der entscheidende Impuls, ein bestimmtes Rezept nachzukochen, ist bei uns oft von höchst sonderbaren Faktoren abhängig. Eine vom letzten Sushi übrig gebliebene halbe Salatgurke, ein Päckchen auf Verdacht angeschaffte Papadams und die Lust auf ein cremiges Süppchen brachten mich auf die Idee, noch einen letzten Blick in das vegane Kochbuch zu werfen. Seite 17, westindische Gurkensuppe – Volltreffer. Eigentlich war sie für uns nur als Vorsüppchen gedacht. Aber da ein weiteres Projekt nebenbei bewältigt werden wollte, gaben wir die Idee einer zusätzlichen Hauptspeise kurzerhand auf. Hungrig musste vom Tisch dennoch niemand aufstehen.

Für die westindische Gurkensuppe:

  • 1/2 Gurke, entkernt, grob gewürfelt
  • 1 kleine Möhre, grob gewürfelt
  • 1 kleine Pastinake
  • 1 Kartoffel, grob gewürfelt
  • 10 g frischer Ingwer, fein gehackt
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/2 TL Kurkuma, gemahlen
  • 1/2 TL Asafoetida (ersatzweise eine kleine Knoblauchzehe, fein gehackt)
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1/2 TL braune Senfkörner
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 EL rote Linsen
  • 500 g Gemüsebrühe
  • je 1 Zweig Marjoran und Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • 50 g Orangensaft (ich: eine Handvoll Kumquats, in Scheiben geschnitten)
  • 1 EL Rohzucker
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL schwarzer Sesam
  • Sahne oder Sojasahne nach Belieben

suppe serie

Als ich die lange Liste der Zutaten zum ersten Mal studierte, war ich etwas skeptisch, ob sich daraus ein harmonisches Süppchen ergeben würde. Herr H. duldete jedoch kein Zaudern und schwang das Messer, während ich die Gewürze vorbereitete. Ich gab Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma und Asafoetida in den Mörser und zerrieb alles zu einer feinen Paste. Herr H. erhitzte das Öl in einem Topf, gab die Senfkörner hinzu und röstete sie, bis sie zu springen begannen. Es empfiehlt sich, das Öl nicht zu heiß werden zu lassen, da die Körner, sobald sie den Topfboden berühren, in alle Himmelsrichtungen fliegen. Ich spreche aus Erfahrung. Nachdem ich die Körner wieder eingesammelt hatte (so gut es ging), gab ich die Gewürzpaste, die Linsen und das Lorbeerblatt hinzu und röstete alles kurz an. Herr H. gab das gesamte gewürfelte Gemüse dazu, ließ alles unter Rühren ca. 5 Minuten anbraten und löschte dann mit Brühe ab. Zugedeckt köchelte die Suppe ca. 20 Minuten bei sanfter Hitze. Anschließend pürierte ich sie, schmeckte sie mit Zucker, Salz und Pfeffer ab und röstete den Sesam zum Bestreuen. Herr H. frittierte die gekauften Papadams wenige Sekunden in ca. 170°C heißem Öl, bis sie sich aufblähten und lagerte die fertigen, abgetupften im warmen Backofen zwischen. Ich durchforstete derweil das indische Kochbuch nach einem Rezept für die Zubereitung der Papadams, fand jedoch nur eine Anleitung zum Frittieren. Auch das Internet verwies auf fertige Teigfladen. Seltsam. Die Zubereitung des Teiges scheint eine Geheimwissenschaft zu sein. Über weiterführende Hinweise wäre ich sehr dankbar.
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Fazit: Das erfrischend-würzige Süppchen begeisterte uns beide gleichermaßen und ergab zusammen mit den chips-knusprigen Papadams entgegen meiner Befürchtung eine durchaus sättigende Mahlzeit. Auch die Kumquats als Orangensaftersatz machten sich darin ganz formidabel. Auch als Vorspeise in einem indischen Menue kann ich mir die Suppe gut verstellen.

Aus: Vegan Love Story tibits & Hiltl – Das Kochbuch, erschienen im AT Verlag

Eine lesenswerte und ausführliche Rezension schrieb Micha kürzlich darüber. Mich haben außer der Suppe keine weiteren Rezepte zum Nachkochen angeregt.

Ein Kommentar

  1. Witzig, wie optimal Vorratslage und Zufallsfunde manchmal zusammenpassen, ge’? Da ich – Frau Grandits sei Dank – meine Gekochte-Gurken-Phobie inzwischen überwunden habe, und Suppen ohnehin ein in meiner Küche gern gesehener Gast sind, werde ich mir diese Vorlage gut merken. Papadams haben mich allerdings noch nie so nachhaltig überzeugen können, dass ich auf die Idee gekommen wäre, mich backend an ihnen zu versuchen. Aber ich bin mir sicher, dass ich im Zweifelsfall/beizeiten hier fündig werde… 😉
    Sonnige Grüße!

    • eva eva

      Diese Zufälle sind bei uns leider die Ausnahme, irgendetwas Essentielles fehlt meist, wenn wir uns spontan für ein Rezept entscheiden. Ärgerlich, obwohl das natürlich auch die Improvisationskünste und das eigenständige Denken stärkt. 😉
      Mich haben die Papadams begeistert, wahrschienlich, weil sie von der Konsistenz an Chips erinnerten ohne dabei so arg salzig zu sein. Chips esse ich seit Jahren aus dem Grund nicht mehr. Jaja, das Alter…

  2. wenn ich dran denke recherchiere ich in meinem Fundus nach den Papadams…. die Suppe gefällt mir! Mit den vielen gewürzen- da braucht es die Erfahrung um ein harmonisches Ganzes daraus herzustellen, daher “studieren” die Ayurveden bis zu 10 Jahren bis sie richtig offiziell als Köche anerkannt sind. Habe ich gehört.

    • eva eva

      Danke, Ninive. 10 Jahre? Puh, dann habe ich ja noch einige vor mir. 😉
      Über ein Papadam-Teig_Rezept würde ich mich wirklich sehr freuen!

  3. Klasse, Eva! Ich, als Suppenkasper, bin restlos begeistert! Diese Gewürze! Herrlich! Die werde ich nachkochen. Ganz bestimmt!
    Liebe Grüße Maren

      • eva eva

        Eine ganz normale Salatgurke, entkernt, aber ungeschält, damit die schöne grüne Farbe erhalten bleibt. Du kochst sie doch nicht etwa schon nach? 🙂

    • eva eva

      Danke, Maren. 🙂 Ja, das sind einige drin, muss man erst einmal alles da haben. Bin gespannt, wie sie dir gefällt.
      Liebe Grüße,
      Eva

  4. Eine wirklich interessant Suppe, zumal ich bei einem Gurkensüppchen irgendwie immer Gazpacho denken muss…
    Wird vorgemerkt, muss ich unbedingt mal versuchen, liest sich nämlich nach einer sehr interessanten Kombination 😀

    • eva eva

      Das fand ich auch. 🙂 Gazpachofan bin ich hingegen eher nicht. Kalte Suppen sind mir irgendwie suspekt, keine Ahnung, warum.

  5. Ui 🙁 bloss ein Rezept im ganzen Buch gefunden? Aber dieses Süppchen, vor allem nach Deiner Empfehlung, tönt gut 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • eva eva

      Nun, es waren schon ein paar andere dabei, die ich jedoch bereits kannte und aus anderen Büchern nachgekocht hatte. Nicht viel Neues, halt. Aber allein für die Suppe hat sich das Leihen gelohnt!
      Liebe Grüße aus Hamburg,
      Eva

  6. Das klingt wirklich gut….ich liebe diese indischen Gewürzorgien. Beim Rösten von Senfkörnern hilft es ungemein, wenn man mal kurz einen Deckel auf die Pfanne legt.
    Ich habe mal in einer Veggie-Zeitschrift ein Rezept für selbstgemachte Papadums gefunden und ausprobiert…blöderweise kamen dabei keine hauchdünnen Papadums heraus sondern viel zu dicke, grässlich ungenießbare Fladen. Sonst ist mir noch nie ein Rezept über den Weg gelaufen, leider.

    • eva eva

      Gewürzorgien. 😀
      Und das mit dem Deckel habe ich auch herausgefunden – als es bereits zu spät war. 😉
      Bezüglich der Papadams vermute ich, dass man die am besten mit einer Tortillapresse plattgewalzt bekommt, die ich nicht habe, aber probieren würde ich es schon gern einmal.

  7. Gurken kenne ich in Suppenform besonders als Kaltschale. Deine indisch inspirierte Variante hier hört sich aber sehr lecker an. Mein “Suppen-Montag” ist leider während der letzten Monate etwas vernachlässigt worden, da wäre es höchste Zeit hier mal wieder anzusetzen. Beim Papadam-Rezept kann ich leider auch nicht weiterhelfen, habe aber offene Ohren, falls du eines entdecken solltest. Übrigens: dein Gewürzschrank scheint ziemlich gut ausgerüstet zu sein. Respekt vor dem der Asafoetida in der Vorratskammer hält 😉

    • eva eva

      Danke, Marco. Kalte Gemüsesuppen mag ich aus nicht genau bekannten Gründen nicht. Dieses warme Cremesüppchen hingegen war ein Gedicht. Wird es garantiert noch öfter geben.
      Und mein Gewürzschrank? Legen wir einen Mantel des Schweigens darüber. *räusper* 😉

  8. Im vergangenen Sommer habe ich mehrfach indische Gurken-Pickles zubereitet, daher kann ich mir das Gemüse in einem indischen Süppchen sehr gut vorstellen und das erfrischend-würzige Zusammenspiel. Das Rezept merke ich mir auf jeden Fall vor. Lieben Gruß!

    • eva eva

      Ah, an die Gurken-Pickles erinnnere ich micht gut, die stehen hier diesen Sommer auch an. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

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