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Reif für die Insel

Fisch-Curry mit Auberginen1

Kurzer Temperatur-Check, passende Laufbekleidung übergeworfen, Uhr, Schuhe an und los! So startete ich Anfang Oktober meine übliche Morgenrunde. Nichts besonderes, nur ein kurzer Lauf den Kanal entlang. Zum Schluss steigerte ich das Tempo ein bisschen, Kaffee und Frühstück lockten. Nach dem Dehnen ging ich zur Haustür und griff nach meinem Schlüssel – allein, er war nicht an gewohnter Stelle. Herr H. hatte das Haus bereits vor Stunden verlassen und der Nachbar, der den Zweitschlüssel verwahrt, öffnete nicht auf mein Klingeln hin. Eher ratlos als panisch stand ich also in leichter Laufbekleidung im kühlen Morgenwind. Eine gute Stunde probierte ich, in unsere Wohnung zu gelangen. Dabei kam leider nur heraus, dass ich wohl keine gute Einbrecherin abgeben würde. Blieb nur noch der nahe gelegene Schlüsseldienst. Doch der hatte gerade Urlaub. Langsam doch etwas panisch trottete ich wieder zurück zum Haus. Was sollte ich nun bloß tun? Da bog zum Glück der Nachbar um die Ecke. Selten war ich so froh gewesen, ihn zu sehen. Als ich Herrn H kurze Zeit später von meinem Abenteuer berichtete, meinte er nur leicht spöttisch, dass  ich wohl auch definitiv urlaubsreif sei. Zum Glück führen wir ja schon in einigen Tagen. Zuvor gab es jedoch noch dieses unwiderstehliche Curry.

Für das Fisch-Curry mit Auberginen:

  • 3 japanische (lange) Auberginen, ca. 300 g, in 2 cm breite Scheiben geschnitten
  • Olivenöl, Salz
  • 1 mittelgroße Zwiebel, ca. 70 g, sehr fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 2 große Tomaten, püriert (ca. 200 g)
  • ca. 150 g Wasser oder Fischfond
  • 1/2 TL Bockshornkleesamen
  • 1/2 TL Kurkumapulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1,5 TL Koriandersamen
  • 1/2 TL schwarze Pfefferkörner
  • 1 TL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 TL Tamarindenpaste
  • 225 g Wolfsbarsch- oder Lachsfilet, in 5 cm große Stücke geschnitten
  • 4 – 5 frische Curryblätter, falls erhältlich
  • Koriandergrün nach Belieben
  • Basmatireis, ungewürzt, gegart, nach Belieben

Fisch-Curry mit Auberginen serie

Ich heizte den Backofen auf 200°C vor, legte die Auberginenscheiben auf ein mit Backpapier belegtes Blech, bestrich sie mit wenig Olivenöl und salzte sie. Dann durften sie ca. 25 Minuten im Backofen garen. Derweil röstete ich die ganzen Gewürze nacheinander trocken, ließ sie kurz abkühlen und mahlte sie in der Gewürzmühle. Anschließend vermischte ich mit den bereits gemahlenen. Herr H. hatte derweil die Zwiebelwürfel unter Rühren goldgelb angeschwitzt. Nun gab er Knoblauch und Gewürze hinzu und schwitzte sie kurz mit. Ich löschte mit Wasser und Tomatenpüree ab und ließ alles abgedeckt ca. 20 Minuten köcheln. Herr H. schmeckte mit Salz, Tamarindenpaste und etwas Pfeffer ab, hob Auberginenscheiben und Lachswürfel unter und ließ das Curry abgedeckt noch etwa 5 Minuten bei schwacher Hitze ziehen. Ich richtete es schließlich auf dem vom Reiskocher wie üblich brav gekochten Reis an, drapierte etwas Koriander und reichte ihm den Teller zum Fotografieren. Es roch so verlockend, dass ich vorab schon ein Löffelchen kosten musste. Einfach köstlich!

Fazit: Auch Herr H. überschlug sich beim anschließenden Essen förmlich vor Begeisterung. Der Lachs sei perfekt zart, das Curry herrlich würzig und die japanischen Auberginen ein Gedicht. Wir hätten zudem schon viel zu lange kein Curry gehabt. Nun, entgegnete ich, da bin ich ganz deiner Meinung und nach dem Urlaub wird es sicher wieder häufiger Curries geben Aber erst einmal stehen die Zeichen auf Pasta satt und Sardinien hält sicher noch den ein oder anderen Leckerbissen für uns bereit!

Nachtrag: Eigentlich wollte ich den Artikel bereits im Urlaub schreiben, aber leider hatten wir dort nicht wie angekündigt kostenloses W-LAN. Das machte jedoch überhaupt nichts. Denn zum Schreiben hätte ich dort eh keine Ruhe gehabt. Wir erkundeten den wilden Osten der Insel ausgiebig per pedes und zwangsläufig per Automobil und es war einfach traumhaft schön. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, die ich dann beim nächsten Mal erzählen werde.

Aus: Currys, Currys, Currys Madhur Jaffrey (alt, aber immer wieder inspirierend!)

6 Kommentare

  1. Anja Anja

    Das liest sich so lecker dass ich es glaube ich sehr schnell nachkochen werde.
    Ob das auch mit normalen Auberginen funktioniert/schmeckt? Ich bezweifle nämlich
    dass ich diese japanischen Auberginen bei uns im Supermarkt bekomme.

    Viele Grüße – und schön dass ihr wieder wohlbehalten und gut erholt zurück seid!
    Anja

    • Eva Eva

      Hm. Gute Frage. Es hängt natürlich schon von der Qualität der Auberginen ab (wie eigentlich alles von der Qualität der Zutaten). Aber es müssen nicht unbedingt japanische sein. Wir hatten auf Sardinien welche, die auch überaus schmackhaft waren und in einem türkischen Lebensmittelladen gibt es auch oft sehr gute!
      Liebe Grüße,
      Eva

  2. Das schaut ja wieder einmal umwerfend aus!

    Ich muss mich immer noch an dein neues Blog-Gewand gewöhnen. Sehr klar und aufgeräumt ist es jetzt bei dir.

    • Eva Eva

      Danke Susi! Ich habe mich auch noch nicht vollständig daran gewöhnt und das Theme werde ich sicher noch öfter wechseln. 🙂

  3. Bea Bea

    Sehr schön! Der Fisch wird wirklich nur fünf Minuten bei schwacher Hitze ziehen gelassen?
    Gruss Bea

    • Eva Eva

      Danke, Bea. Ja. Ich verwende meist tief gefrorenen, den ich in warmem Wasser auftaue. Also hat er, wenn ich ihn verwende, meist schon um die 25 – 30° C und dann reichen wirklich 5 Minuten.
      Liebe Grüße,
      Eva

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