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Indische Lammfleischbällchen

Fleischbällchen

Die habe ich vor kurzem bei der Küchenschabe gesehen. Da hatte der Winter gerade eine kurze Pause gemacht. Und sie tröstete sich an einem grauen, verregneten Tag mit einem herrlichen Curry. Jetzt ist der Winter zurück und Schärfe wärmt bekanntlich gut! Die beste Nachbarin aus dem dritten Stock hatte sich, nach neuntägiger Dienstreise in Polen, zum Abendessen angekündigt. Sie wusste nicht genau, wann sie eintreffen würde. Da erschien mir ein Curry genau richtig. Das kann man gut im Ofen warm halten. Bei der Zubereitung musste ich einige Modifikationen vornehmen. Gemüse gehört z.B. bei mir zu jeder Mahlzeit und die Granatapfelkerne in der Raita zählen nicht… Zudem habe ich mit unterschiedlichen Curryzubereitungsmethoden experimentiert und für mich herausgefunden, dass es mir, es sei denn, es gibt zwingende Gründe, die für eine andere Zubereitungsart sprechen, am besten gefällt, zuerst die ganzen Gewürze trocken anzurösten, dann die Zwiebeln zu schmoren, die Knoblauch-Ingwerpaste zuzugeben, kurz zu schmurgeln, die gemahlenen Gewürze, das Gemüse und Fleisch mit etwas Wasser unterzurühren und das ganze bei kleiner Flamme schmoren zu lassen. Lange Rede, kurzer Sinn.

Für die Lammhackbällchen:

  • 350 g Lammhack
  • 60 g Cashewnüsse (ich Erdnüsse, Cashews waren aus), geröstet
  • 1 EL Mohn, geröstet
  • 1 EL Fenchel, geröstet
  • 1 Chili, fein gewürfelt
  • 3 kleine Knoblauchzehen, gewürfelt
  • 1 den Knoblauchzehen entsprechendes Stück Ingwer, gewürfelt
  • 1 Zwiebel, geschält, grob zerteilt
  • 4 EL frische Kokosflocken (ich: getrocknete)
  • Salz

Ich habe dummerweise versucht, die Zutaten mit dem Zauberstab zu pürieren. Dabei wickelten sich Fleischsehnen um den Stab des Messers, die Herr H. freundlicherweise mit unendlicher Geduld entfernte. Im Cutter ging es wesentlich besser. Mit eingeölten Händen formte ich aus der Masse 16 tischtennisballgroße Bällchen.

Für das Curry:

  • 1 EL Fenchel
  • 1 TL Chiliflocken (ich: ganze getrocknete, zerbröselt)
  • 2 EL Koriander (+ ich 1 TL Kumin + 1 Pr. Bockshornkleesamen)

In der Pfanne angeröstet, gemahlen.

  • 1 mittelgroße Knoblauchzehe
  • 1 entsprechend großes Stück Ingwer
  • 400 g stückige Tomaten
  • 1 TL Kurkuma

Püriert. Eine große Zwiebel in halbe Ringe geschnitten, langsam gegart, gebräunt. Püree darüber. Einkochen lassen (2-4 Min). Gewürze hinzu.

  • ein Paar Möhren, in Scheiben
  • 2 Spitzpaprika, gewürfelt
  • einige Blätter frischen Spinats, grob zerteilt

Hinzugegeben. Ebenso die Fleischbällchen und mit Wasser knapp bedeckt. Da ich den Bräter benutzte, durfte das Curry im auf 180°C vorgeheizten Backofen 45 Minuten schmoren.

Für die Granatapfelraita:

  • 1/2 Granatapfel, Kerne unter Wasser ausgelöst
  • 250 g 10% Joghurt (ich: 100 g Saure Sahne, 150 g 1,5% Joghurt)
  • 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 1 cm Ingwer, fein gehackt
  • 1 Chili (ich: verzichtet, etwas Cayennepfeffer)
  • 1/2 TL Kurkuma, Salz, 1/4 TL Zucker
  • 1 EL Petersilie, gehackt

Alle Zutaten verrühren. Fertig. Zum Curry gab ich noch gehackte Spinatreste und band es abschließend mit etwas Stärke. Die beste Nachbarin war so angetan, dass sie sich die Reste einpacken ließ und ich aß den letzten Löffel Raita pur beim Aufräumen. Ein Curry ganz nach unserem Geschmack!

Fleischbällchencurry

Ein Kommentar

  1. Mmmmh… Die Gewürze klingen wunderbar, und es sieht toll aus mit den Granatapfel-Kernen!
    Auch auf diesem Weg nochmals allerliebsten Dank für das Brotrezept! Gelingsicher war nicht übertrieben.
    Liebe Grüße, Claudia

    • Danke, danke. Freut mich und ja, ich liebe den Geruch der frisch gemahlenen Gewürze. Currys gibt’s auch bei uns oft vegetarisch 🙂

  2. Das habe ich im Hinterkopf auch abgespeichert – Du warst schneller. Es geht nichts über den Duft von frisch gerösteten Gewürzen, das tut immer einfach nur gut.

    • Und die Granatapfelraita war der Hit, gab’s gestern grad wieder 🙂

  3. Ohhh! Ist das toll, ich mach das sofort, sobald ich an Lammhack komme. Ich habe heute Abend nicht genug gegessen. Hunger!

    • Geht zur Not auch mit Rinderhack. Der Granatapfel hingegen kann nicht ersetzt werden 🙂

      • Granatapfel kann nie ersetzt werden. Ich habe gerade immer einen auf Tasche! Bin total verrückt nach dem Zeug. Auch Granatapfelsirup kann ich nur empfehlen!

  4. sehen sehr gut aus, deine Bällchen! Mit Gemüse hab ich’s zwar nicht so :-), aber das bei dir hier kann ich mir sehr gut zu den Bällchen vorstellen. Die Granatapfelraita hab ich inzwischen schon ein paar Mal zu den verschiedensten Currys gemacht!

    • Vielen Dank! Du hast so einen schönen Garten und schätzt kein Gemüse? 😉 Ich hab’s dafür nicht so mit Kuchen, weiß nie, wann ich den essen soll…

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