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Mögen die Geister der Mogulkaiser gnädig sein

wurzelgemüsekorma 1

Indische Kormas kommen mild gewürzt, reichhaltig und seidig daher, mal vegetarisch, mal mit Fleisch. Ihre Herstellung ist recht aufwendig. Die einzelnen Gewürze werden erst geröstet, bis sie zu duften beginnen, dann fein vermahlen. Einiges an Gemüse muss geschnippelt werden. Dennoch geht, gerade bei den arktischen Temperaturen in Norddeutschland, nichts über ein wohlig wärmendes Korma. Die Mogulkaiser, so Nigel Slater, hätten sich möglicherweise an den doch eher rustikalen Zutaten gestoßen, aber das Korma funktioniert auch mit Pastinaken und Co. vorzüglich und sie können ohnehin keinen Einspruch mehr erheben.

Für das Wurzelgemüsekorma:

  • 1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, geschält, gewürfelt
  • 1 entsprechend großes Stück Ingwer, geschält, gewürfelt
  • 750 g Würzelgemüsemischung (Staudensellerie und Paprika gehören, streng genommen, nicht zu den Wurzelgemüsen, aber sie mussten weg und fügten sie anstandslos ein), in nicht zu kleine Würfel geschnitten
  • 50 g Cashewnüsse, natur
  • 3 grüne Kardamomkapseln, Kerne
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen, geröstet, gemahlen
  • 1,5 TL Koriandersamen, geröstet, gemahlen
  • 1 TL Kurkuma, gemahlen (ich: 3 cm frisches, geschält, gewürfelt)
  • 1/4 TL Chilipulver, je nach gewünschter Schärfe
  • 1/2 Zimtstange
  • 1 grüne Chilischote (ich: kleine rote Thai, entkernt, fein gewürfelt)
  • 75 g Crème double oder Sahne
  • 75 g Joghurt
  • frischer Koriander nach Belieben

Zutaten Serie

Nachdem ich alle Zutaten bereit gestellt, geschnippelt, geröstet, gemahlen und abgewogen hatte, wusch ich den Basmatireis. Ich ließ ein wenig Wasser in die mit Reis gefüllte Schüssel des Reiskochers laufen, rührte ihn mit den Fingern um und goß das weiße Wasser vorsichtig ab. Diesen Vorgang wiederholte ich drei Mal. Danach füllte ich drei Mal viel Wasser in die Schüssel und ließ es ebenfalls ablaufen. Nun ergänzte ich in der doppelten Reismenge (Basmati) frisches Wasser und ließ ihn eine halbe Stunde stehen, bevor ich den Kocher einschaltete.
Herr H., der inzwischen recht hungrig heimgekehrt war, mörserte Ingwer, Knoblauch, Kurkuma und etwa 1/2 TL Salz zu einer feinen Paste, während ich die Zwiebeln in etwas Öl weich, aber nicht braun anschwitzte. Anschließend gab ich die gemörserte Paste hinzu und ließ sie einige Minuten mitgaren, bevor ich die gemahlen Gewürze unterrührte. Herr H. hatte inzwischen die Hälfte der Cashews gemörsert. Die gab ich nun mit den Gemüsewürfeln, der Zimtstange und den Chilis hinzu. Nach kurzem Pfannenrühren goß ich ca. 350 g Wasser an, legte den Deckel halb auf und ließ das Korma ca. 45 Minuten leise köcheln. Herr H. röstete und hackte derweil sie restlichen Cashews. Ich verrührte Sahne und Joghurt und gab beides zum Korma. Es sollte nun nicht mehr kochen, da der Joghurt sonst gerinnt. Abschließend schmeckte ich mit Salz, Pfeffer, etwas Apfelessig und braunem Zucker ab. Jetzt stand der wärmenden Mahlzeit nur noch ein Bild im Weg.
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Fazit: Das schlichte Wurzelgemüse-Korma schmeckte uns beiden trotz der mogulunwürdigen Zutaten ganz vorzüglich. Kein Krümelchen blieb übrig. Gewiss, etwas Huhn, Rind, Lamm oder derlei hätten sich auch gut gemacht – vermisst haben wir sie auf jeden Fall nicht. Die gerösteten Cashews trugen ihren Teil dazu bei. Ein absolutes Antifrost-Gericht!

Aus (leicht modifiziert): Tender/ Gemüse Nigel Slater

Ein Kommentar

  1. Ach siehst, das steht schon ganz lange auf meiner Liste, danke für’s Erinnern!

  2. Ich hätte gerne auch eine Schale davon, obwohl es bei uns gar nicht wirklich kalt ist. (Lamm)Korma geht schliesslich immer.

    • Wie, es ist nicht kalt bei euch? Wir haben hier seit Tagen Dauerfrost, heute Nacht soll’s unter -10°C werden. Brr… und unser Haus ist nicht isoliert. Deshalb muss ich schnell was Neues warmes kochen. 😉

  3. Wie schmerzhaft ich gerade daran erinnert werde, dass ich doch soo gerne endlich mal den indischen Subkontinent bereisen möchte! Kormas gehören für mich zu den Favourites dieser Küche. Und bei solch leckerem saisonalen (und somit auch geschmacksintensivem!) Wurzelgemüse, da hätte ich das Fleisch wohl auch nicht vermisst 😉

    • Ich war auch noch nie dort, einerseits reizt es mich, andererseits weiß ich nicht, ob ich mich als Tourist wohl fühlen würde. Kommt Zeit, kommt Rat. Derweil genieße ich quasi Indien zu Hause. 😉

  4. so eine wärmende Schale könnte ich jetzt gut vertragen, hilft bestimmt auch gegen Kopfweh!

    • Wahrscheinlich. Wir könnten ja tauschen, Linsen gegen Korma. 😉 Wobei ich noch gar nicht weiß, was es heute geben wird…

  5. Sehr interessant und so schön farbenfroh! Würde ich jetzt auch mal von naschen. Passt auch ganz gut zum Abspecken (mal wieder oder immer noch). Werde nur die Creme double bzw. Sahne ersetzen…

    • Danke, Sandra. Zum Abspecken? Hmmm, vielleicht. 😉
      Ich habe das “Diäten” aufgegeben und versuche einfach, Essen zu genießen und mich genug zu bewegen, wobei es zum Laufen langsam etwas frisch wird.

  6. Genau das habe ich letztes Jahr gekocht, weil ich etwas gesucht habe, um meine hässlichen Haferwurzeln zu verstecken. Und es war einfach nur gut! Mir hat da gar nichts dran gefehlt.

    • Mir war doch so, dass ich es schon einmal irgendwo gesehen habe. 😉 Ich erinnere mich auf jeden Fall an die Haferwurzeln!

  7. Ooh, das mag ich auch gerne – ich habe zwar Tender auch, hab das Rezept aber erst bei katha esskultur so richtig wahrgenommen und von dort auch nachgekocht. Und ich find’s großartig. Bei mir wird’s in den nächsten Tagen auch indisch.

    • Ah, du hast es auch. Ich bin noch nicht schlüssig, was ich davon halten soll. Die Idee, Anbau und Verwertung zusammen zu legen finde ich super und auch die Aromenkombinationsvorschläge (cooles Wort!), aber insgesamt sind mir die Rezepte irgendwie zu, hm, britisch. Hast du schon mehr daraus gekocht?

      • Ja, und ich liebe sie. Vielleicht weil sie so britisch sind. Genau meine Art von unkompliziertem comfort food. Aber ich bin sowieso ein großer Nigel-Slater-Fan.

        • Aha, ich werde meine Vorurteile beiseite legen und einfach noch einige Rezepte ausprobieren. An sich, wie gesagt, finde ich das Buch wunderbar.

  8. Ich liebe die indische Küche! Leider teilt mein Mann diese Liebe nicht und so gibts sie bei uns selten. Ich hätte gern bei euch mitgegessen 🙂
    Liebe Grüße Maren

    • Danke, Maren. Zu schade. Aber vielleicht kannst du indisch für dich kochen, wenn er mal nicht da ist?
      Liebe Grüße,
      Eva

  9. Welch schöne Farben! Da wird einem vom Anblick schon wohlig warm. Indisch habe ich kulinarisch noch nicht wirklich für mich entdeckt, aber ich sollte mal daran arbeiten 🙂 Heute gabs übrigens Spareribs 😉

    • Danke, Emma. Echt? Und waren sie gut?
      Mir geht es mit Mexiko so. Außer Guacamole, Enchiladas und Co. kenne ich mich dort fast gar nicht aus. Es gibt einfach zu viele Länder. 😉

      • Stimmt, kulinarisch ist die Welt sehr groß! Die Ribs waren super! Allerdings ein etwas anderes Rezept, ein bisserl freestyle mit Whiskey und Ahornsirup. Muss ich nochmal machen, da ich es nicht aufgeschrieben hab 😉

        • Das freut mihc, ich bin gespannt auf dein “freestyle-Rezept”! 🙂

  10. Allein wenn man sich die Gewürze anschaut, die du verwendest hast, weiß man schon ,das muss sooo lecker schmecken! 🙂 Gefällt mir sehr!

    • Danke, Verena und es ist ganz einfach nachzukochen. 🙂

  11. Antje Radcke Antje Radcke

    Dein Korma gefällt mir sehr 🙂 Hatte letztens mein erstes Korma mit Kartoffeln als Hauptzutat – einfach aber lecker!

    • Danke, Antje. Hätte mich auch gewundert, wenn du mit deinem umfassenden Gewürzvorrat noch keins gekocht hättest. 😉

  12. Das ist gleich wie ein Sonnenstrahl zum Aufwärmen! Das duftet sogar aus dem Bildschirm! Liebe Grüße Melanie

    • Danke, Melanie. Das muss am Kurkuma liegen, der färbte ganz ordentlich. 🙂
      Liebe Grüße,
      Eva

  13. Frisches Kurkuma, alle Achtung! Das Gericht wäre auch für mich, hatte im vorherigen Leben eine grosse runde Blechdose mit 7 offenen kleinen Blechdosen drin, indische Gewürze, Asafoetida, Mehti, Kalonji, etc. und kochte hin und wieder indisch.
    Wunderbar, wie Du die Zutaten darstellst, darf ich auch einmal schreiben.
    Noch zum Thema Huhn & Ei, ääh, Mauer & Haus, was kommt zuerst: Beide gibt es schon, das neue kommt in den Garten.

    • Danke, Erich. Ich fand es in der Gemüseabteilung des Bioladens und war überrascht, hatte zuvor noch nie frisches – es schmeckt unendlich viel besser als das Pulver. Und zum Huhn/Ei, also geht der Trend geht zum Zweithaus?

      • In der Gemüseabteilung des Bioladens? Einen solchen Bioladen hätte ich auch gerne in meiner Nähe!

        • Das ist einer der Vorteile in einer Metropole zu wohnen. 😉

  14. Das Wurzelgemüsekorma nach Nigel Slater hatten wir letzte Woche. Genau das Richtige für die jetzige Jahreszeit und einfach nur L E C K E R! Die feinen Gewürze, die herrliche Schärfe aus Ingwer und Chili und die cremige Konsistenz dank fettem Joghurt und Sahne… Hmmm! Am nächsten Tag aufgewärmt fast noch besser.

    • Nicht wahr? Es gibt recht wenig Alternativen dazu, bis vielleicht den Kichererbsen-Spinat-Honig-Süßkartoffel-Eintopf von Ottolenghi. Den gibt’s heute Abend. 🙂

      • Nun bin ich aber neugierig! Wie war Ottolenghis Eintopf? Madam grain de sel war ja nicht so begeistert und sie liegt geschmackstechnisch genau auf meiner Wellenlänge. Jetzt bin ich gespannt auf dein Urteil!

        • Nun, was soll ich sagen? Er war großartig und steht hier häufiger auf dem Tisch, allerdings habe ich im Laufe der Zeit einige Modifikationen vorgenommen, vielleicht liegt’s daran? 😉

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